Neal
Morse auf der Bühne ist nicht nur imposant, sondern emotional,
intim und mitreißend in Einem. Auch sein aktuelles Studioalbum
„Testimony 2“ feiert er gebührend mit einer
Mammutshow, die nur auf drei (!) CDs Platz hat. Entsprechend viel Platz
haben diverse Highlights seiner Solokarriere – angefangen bei
seinem Feuerwerk „Lifeline“ über Specials der Alben
„One“ und „Sola Scriptura“ und –
natürlich – Testimony pt.1“. Mit „Seeds of
Gold“ hat auch das Epic-Highlight der zweiten CD seines aktuellen
Albums einen berechtigten Platz im Set gefunden. Und während
andere Konzerte nach knapp zwei Stunden zu Ende gehen, legt Neal noch
die 80-Minuten-Live-Umsetzung des kompletten aktuellen Konzeptalbums
oben drauf. Ansprachen gibt es (zumindest auf den CDs) nur wenige, aber
im Prinzip hat er in seinen Songs ja auch alles festgehalten. In dem
Sinne wünsche ich ein paar unterhaltsame Stunden! (prr)
In
der Weihnachtswoche werden keine neuen Alben veröffentlicht, da
läuft eh nur „Last Christmas“…. Die
Jahrescharts sind erstellt (siehe HIER), es bleibt also Zeit für
einen Rückblick auf Alben, die wir vielleicht vergessen haben. Das
2011er Album von Samiam hat einen zweiten Blick verdient. Es ist bei
den Jungs schwer zu sagen, ob sie sich eigentlich zwischenzeitlich
immer wieder auflösen, oder ob sie mittlerweile nur einfach sehr
lange brauchen für ein neues Album. Aber fünf weitere Jahre
nach dem ersten Album nach fünf Jahren gibt es ein neues
Lebenszeichen. Irgendwie kommen sie ja alle wieder. Und wenn der
Kultfaktor so groß ist, wie im Fall der US-Emocore Pioniere, dann
wäre es ja schon eine Schande, wenn das nicht passieren
würde. Wenn ich darüber hinaus noch mitansehen
müsste, wie eine Band wie die Foo Fighters mit exakt meinem Sound
zu Megastars mutiert, dann kann sich ja gar niemand mehr
zurückhalten. Soll heißen: "Trips" klingt wie die Foo
Fighters zu besten Zeiten, groovt professionell zwischen Grunge,
Alternative Rock, Punk und melodischen Rock-Strukturen und hat einige
fantastische Songs am Start! Hört nochmal rein! (rkr)
Sein Problem sind die “Bat Out of Hell”-Alben! Das erste
genauso wie das zweite, das dritte lassen wir mal außen vor. Aber
die Übermacht dieser
Songsammlungen
lässt keins seiner neuen Album die Chance, frei zu atmen. Diesem
Maßstab muss sich jede neue Veröffentlichung stellen –
und hat von vornherein kaum die Chance, NICHT den „Kürzeren
zu ziehen“. Aber so ist es nun einmal – daran kann Meat
Loaf selbst auch nichts ändern. Das kann für ihn ja nicht der
Grund sein, das Aufnahmen neuer Alben einzustellen. Könnte er,
klar, mit über 100 Millionen verkauften Alben ginge es ihm auch so
schon gut... finanziell gesehen; aber künstlerisch nicht. Und
deshalb kommt nur 20 Monate nach „Hang on
cool…“ schon wieder ein neues Album. Um es vorweg zu
nehmen: Nicht nur im Vergleich mit dem Vorgänger können sich
die Fans freuen. Allein die ersten der Songs sind klasse – der
Opener, z.B. mit perlenden Pianolinien und treibenden Rhythmen –
eine Mischung aus Tradition und Moderne und sehr hitverdächtig.
Das beste Pulver ist damit zwar bereits verschossen, aber die
Zusammenarbeit mit Rap-Ikone Chuck D ist nicht schlecht, hätte
aber sogar noch effektiver ausfallen können; die noch bessere
eher-Eminem-Rap-Variante gibt es dann in „Stand in the
Storm“; die „California Dreaming“-Neuauflage mit
Patti Russo ist ebenfalls gut, und auch sonst blitzt immer wieder das
typische Meat Loaf Geschick für große Momente durch. Eine
neue „(I‘d do) Anything for Love“-Variante bleibt
aus, das Duett „Our Love & our Souls“ ist anders
gestrickt, und das andere Balladen-Highlight „Another Day“
bestreitet er alleine.
Das ist insgesamt genug für ein gutes Album – Geschichte
wird er damit allerdings nicht schreiben. Und den Vergleich mit den
Bat-Alben wollen wir gar nicht erst anstellen…. (rkr)
2005 hatten sie es noch einmal probiert.
7 Jahre nach dem Tod ihre charismatischen Frontmannes Michael Hutchence
starteten sie eine TV-Show nach „American Idol“ (bzw. DSDS)-Vorbild, um per
Televoting die Zuschauer entscheiden zu lassen, wer der neue Sänger werden
sollte. J.D. Fortune war klasse, das Album „Switch“ gut, aber zu großer
Popularität hat es bei uns nicht geführt. Also erinnert die Plattenfirma lieber
und gerne noch einmal an die alten Hits – und davon gab es einige, wie die
vorliegende Compilation beweist. 20 Stück auf der Normal-CD, 20 weitere in der
Deluxe-Version (die dann auch noch mit einer DVD erweitert ist). Hart aber
herzlich: Nicht ein einziger Song erinnert an Fortune. Ein Schicksal, das
vielleicht auch Ciaran Gribbin bevorsteht, mit dem die Band derzeit an neuen
Songs arbeitet. Ein erstes Demo („Tiny Summer“) gibt es bereits auf ihrer
Homepage zu hören, das Gesamtpaket ist u.a. am 8.12 in Amsterdam (Paradiso) zu
erleben. (rkr)
Da hatte er gerade seine frühen Fans wieder glücklich gemacht
und nach 8 Jahren Pause die PopPunk-Millionenseller Blink 182
reformiert, da schiebt er auch die Band wieder an, die ihn in der
Zwischenzeit beschäftigt hat. Nutzt er die Gunst der Stunde (bzw.
der Beachtung)? Oder schlägt hier doch sein wahres Herz? Mit AVA
kann Tom DeLonge seiner Liebe zum epischen Bombast frönen –
und das bereits zum dritten Mal. Oder besser dreieinhalb, denn
„Love“ wurde ursprünglich bereits 2010 über die
bandeigene Homepage veröffentlicht, bzw. zumindest kurzfristig
zugänglich gemacht. Jetzt wurde es auf Doppel-CD-Länge
erweitert und offiziell veröffentlicht – und das ist auch
gut so! Wie man es von den ersten beiden AVA Alben kennt, gibt es
große Hymnen in klassischer Rocktradition, viel Bombast und
Atmosphäre und schöne Soli. Die einzige Kritik, die man hier
anbringen könnte, wäre, dass es relativ wenig Variation auf
dem Album gibt und die Songs alle in eine ähnliche Richtung gehen
– aber das hat beim letzten 30SecongsToMars-Album auch niemanden
gestört, oder? (rkr)
Fluch oder Segen? Mit einer Diskografie wie der ihren können die
Kanadier nur Highlights spielen ohne auch nur annähernd alle
„Hits“ abzudecken. Wenn dazu noch ein Konzept wie die
(erstmalige Komplett-) Aufführung des „Moving
Pictutes“-Albums ansteht, sowieso. Das ´81er-Meisterwerk
gilt für viele Fans als Gipfel ihres Schaffens, da sollte es zum
30-jährigen Jubiläum adäquat gewürdigt werden.
Eingebaut in die Mitte ihres Sets reihen sich die sieben Songs ein in
den Hitreigen und bedurften keiner Veränderung um an dem
Altersprozess geschuldete Entwicklungen adaptiert zu werden. Für
so einen Klassiker darf man sich auch mal entsprechend feiern lassen.
Bei aller Freude über die Spielfreude bei Klassikern wie
„Spirit of Radio“, „Closer to the Heart“ oder
„Marathon“ und heimlichen Favoriten wie „Leave that
thing alone“ oder „Faithless“ gilt allerdings: So
langsam darf dann auch mal wieder ein (essentielles) Studioalbum
folgen! Dem kommen wir aber offensichtlich näher: Auch davon gibt
es hier bereits zwei Stücke. (prr)
In Anspielung auf Mogwai’s John Cummings
Interview-Äußerung sage ich mal: Live Musik muss nicht immer
laut sein. Sagte Andreas Vollenweider und packt seine Harfe aus. Von
wegen! Sigur Ros kommen genau genommen aus einer sehr ähnlichen
musikalischen Ecke wie Mogwai, beweisen hier aber gerade das Gegenteil.
Es ist schon fast unglaublich, wie zärtlich Musik auf einer
Live-Bühne vorgetragen werden kann. Da meint man teilweise eine
Stecknadel fallen hören zu können. Was nicht heißen
soll, dass sie nicht auch laut werden können, wie u.a. das
Songtrio „Saeglopur“/ „Festival“/
„Hafsol“ einem Rausch gleich beweist – das hätte
so auch original von Mogwai kommen können. „Eine Live-Show
ist eine sehr kraftvolle Erfahrung“ heißt es von Cummings
weiter – auch hier stehen Sigur Ros in nichts nach, so intensiv
und auftürmend wie ihre Songs präsentiert werden. Wer sich
schon immer gefragt hat, wie die Musik der Isländer, die oft
genauso kunstvoll und zerbrechlich wirkt wie ihre Fantasiesprache
"Hopeländisch", auf der Bühne wirkt (und sie wirkt!),
für den gibt es im „Inni“-Package nicht nur die
Doppel-Live-CD sondern gleich noch eine DVD dazu. Schön! Schön! Schön! (prr)
„Boy“, „October“ und „War" waren die
Vorgeschichte, "Live at Red Rocks" ("Under a Blood Red Sky" - mit
seiner Kultversion von „Sunday, Bloody Sunday") das Fundament:
Eine Rockband mit großen Ambitionen war geboren. Die
nächsten Meilensteine folgten: "The Unforgettable Fire", "Bad"
beim Live Aid und schließlich das monumentale "The Joshua Tree",
der Film "Rattle & Hum" - U2 hatten sich mit einer konstanten Folge
von Meisterwerken zu Megastars hochgearbeitet.
Ihre Studioalben werden immer besser, ihre Live-Gigs sind ohnehin eine
Klasse für sich. Ob man jetzt trotzdem von jeder Tournee einen
Mitschnitt braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Für eine Band gilt: es ist schon recht schick, eine
Live-in-London-CD in der Diskografie zu haben. Und sei es, dass man
extra dafür hinfahren müsste. Ist bei den Norwegern ja gar
nicht der Fall. Die touren mittlerweile regelmäßig mit ihrem
verzaubernden Mix aus melodisch/melanchlolischem Rock, New Artrock und
Porcupine Tree-angehauchtem Psychedelic durch Europa. Trotz
international steigendem Interesse klingt das Auditorium in London
allerdings leider nicht sehr vielzählig. Was die Frage nach dem
Wert dieser CD erneut aufwirft. Die Songs sind größtenteils
sehr originalgetreu, der Sound ist aber auch erstaunlich gut, die
Interaktion mit dem Publikum bleibt relativ gering, die Setlist
konzentriert sich vor allem auf die letzten beiden Meisterwerke, blickt
aber auch auf ältere Songs, ist verdammt also gut
gewählt… eine Abwägung von Pros und Cons, derer man
schnell überdrüssig wird, wenn man sich diesem Album intensiv
widmet. Die Atmosphäre, die Gazpacho schaffen, in ihren Songs zu
kreieren ist faszinierend und unbeschreiblich. Die Rockband, die sie
immer wieder zwischendurch sind, die dann phasenweise in völlige
Ruhe verfallen kann, die man fast entspannend nennen könnte,
wäre nicht diese untergründige Spannung immer da. Ein extrem
intensives Hörerlebnis über 110 Minuten. Genial. Das musste
mitgeschnitten werden! (prr)
Die Supergroup des Hardrock sind zurück: Joe Satriani, Michael
Anthony, Chad Smith und Sammy Hagar. Wie cool diese Jungs sind, sieht
man an der Namensgebung des Albums – es ist nämlich erst ihr
zweites!
Monumental, mitreißend, abwechslungsreich, begeisternd,
hypnotisch, genial – diese wilde Sammlung an Adjektiven schwirrt
mir durch den Kopf, wenn ich versuche, dieses Album in Worte zu fassen.
Mogwai, Oceansize, Aerogramme sind dabei die Referenzen, die man
anbringen könnte. Teilweise instrumental, meist aber mit Gesang
vermischen die Hamburger gekonnt den Postrock-Ansatz, den sie –
Presseberichten zufolge – anfangs verfolgten mit Indie-Rock und
vereinzelten Heavy-Elementen. So sind in ein paar Songs
Hardcore-Screamo-Vocals zu vernehmen – und doch soweit in den
Hintergrund gemischt, dass sie kaum vom instrumentalen
Noise/Wall-of-Sound zu unterscheiden sind. Die Band gibt’s seit
2004, der 5-Track-EP „Pandora“ folgte das Debüt
„M(e)iosis“, das bereits eine ähnlich ausgereifte
Mischung aus Heaviness und Artrock, aus instrumentalen
Höchstleistungen und mehr songorietiertem Material beinhaltete.
Von diesem Quintett sollte noch einiges zu hören sein! (prr) 
Die klassische Trio-Besetzung. Gibt es z.B. im Punk. Hat er auch schon gemacht, anfangs seiner Joe Jackson Band, denn das war ein Sound dem man damals kaum entkommen konnte. Sagt er. Im Blues gibt es auch Trios, aber das hat er noch nicht gemacht. Ist nicht so sein Ding. Stattdessen hat er lange Zeit Pop gemacht, aber nicht in Triobesetzung. Und Klassik hat er auch gemacht, aber da waren noch mehr Musiker dabei.
Jetzt ist er wieder in Triobesetzung. Mit seinen alten Kollegen von der Joe Jackson Band, Graham Maby und Dave Houghton, aber Punk ist das nicht mehr. Die Zeiten haben sich geändert – und die Erfahrungen und Fähigkeiten sind noch ausgereifter. Und dann macht man, was in einer typischen Triobestzung auch am besten geht, nämlich Jazz. Sie nehmen alte Stücke und neue und fremde und machen sie zu ihren; zu dem, was die Joe Jackson Band heuer auszeichnet. Eine Gratwanderung zwischen Pop und Jazz, mit Raum für Improvisation, mit der Verfremdung des Originals, wie es beliebt und mit viel Seele und Emotion. Grandios. Und für die Fans seiner erfolgreichsten Phase – denn das bringt Pop so mit sich – gibt es zum Abschluss auch die beiden großen Hits – "Steppin‘ Out" und "Slow Song", natürlich auch in den aktuellen Neu-Fassungen. (ror)
No Fillers,
just Killers. Und WAS für Hymnen! Schon das Debütalbum “Beautiful and
Monstrous” machte in dieser Hinsicht ja seinem Namen alle Ehre, aber hier ist
dem süddeutschen Quintett eine erneute Steigerung gelungen. Mit einer superben
Produktion ausgestattet kann jeder Song für sich selbst stehen und bildet doch
mit dem Rest eine harmonische Einheit – fett, bombastisch und melodisch. Dem
ein oder anderen früheren Fan wird der Frickelfaktor fehlen, aber das ist
dessen Problem. Subsignal sind dem eingängigen AOR heute jedenfalls näher als
ihrer eigenen crimsonesken Vergangenheit. Was nicht heißen soll, dass ihre
Songs Gefahr laufen, in seichte AOR Gewässer zu driften! Dass die Songs trotz
der Abwechslung und relativer Komplexität relativ „eingängig“ sind, liegt
einerseits an der blitzsauberen, ohrenfreundlichen Produktion, andererseits an
der (Prog-)Radio-kompatiblen Länge: Lediglich die epische Ballade „Embers pt.
I“ ist achteinhalb und das daran anschließende Titelstück elf Minuten lang,
alle anderen bewegen sich zwischen vier- und sechseinhalb Minuten. Enchant
und Fates Warning mögen als Orientierungshilfe dienen, ohne der
Eigenständigkeit der Jungs zu nahe treten zu wollen. Subsignal sichern sich
hier gerade einen Platz in den Top 10 der deutschen Prog- und Artrockbands.
Glückwunsch!
Ganz ehrlich: Diese Platte hätte man mir als altem
Journey-Fan als neues Album der Herren Neal Schon / … verkaufen können. Und ich
hätte mich gefreut, dass sie nicht nur einen Stapel erstklassiger Sahnehäppchen
komponiert haben, sondern auch abseits jeglicher Gefühlsduselei richtig kernig
geworden sind… auf ihre alten Tage, hihi. Aber Pustekuchen! Diese Herren
sind weder alt, noch heißt ihr Gitarrist Neal Schon, geschweige denn, dass sie
aus dem Mutterland des AOR, den USA kämen. Christopher Gould (g), Gareth David
Noon (key) und Gareth Vanstone kommen aus Wales und nach ihrem letztjährigen
Debüt „A Touch of Heaven“ ist dies erst ihr zweites Album. Am Gesang ist
TNT-Sänger Tony Mills und alle zusammen machen einen echt guten Job hier. Zehn
kernige, griffige Songs mit Hooks und Melodie – eben so wie‘s sein muss in
diesem Genre.
Was habt ihr erwartet? Dass hier
alles den Bach runtergeht, nur weil der Mann, der fünfundzwanzig Jahre für den
Hauptanteil des Songwritings und der Bandöffentlichkeit verantwortlich war, der
band den Rücken kehrt? Wenn das so wäre, dann hätte sich das Mike Portnoy
wahrscheinlich gar nicht getraut. Sag ich mal, denn dafür waren Dream Theater
immer viel zu sehr „sein Baby“, als dass er es allein in der Wüste zurücklässt.
Natürlich tut sein Weggang weh, es wurde viel darüber gesagt, und der
Albumtitel trägt seinen Teil dazu bei. Aber die Band ist – gerade in den
letzten Jahren – viel mehr eine Band geworden, als sie es lange war. Und das
betrifft am relevantesten das Songwriting: Dem neuen Album kann man kaum
anhören, dass sich hier etwas geändert hat! Und ich behaupte, dieses Urteil
freut auch Mike Portnoy.
Das Album ist komplex, begeistert mit irrwitzigen Instrumentalpassagen in einem
und mit bombastisch melodischen Songs im anderen Moment, inkorporiert alle
bekannten und liebgewonnenen Zutaten der Band und hält das
Championsleague-Niveau der letzten Alben.
Denn auch das war ja wohl klar: Eine dramatische Veränderung der Musik kann
hier ja wohl – wenn überhaupt nötig – frühestens mit einem späteren Album
erwartet werden. Zusätzliche Entwarnung für alle Cookie-Monster-Vocals-Hasser:
LaBrie singt wieder durchgehend! Ein weiteres Anzeichen für die Rückkehr zu den
Stärken der Band. Ach, und was den neuen Mann an der Schießbude angeht: Auch
hier haben die vier verbliebenen Musiker ein sicheres Händchen bewiesen – ein
Unterschied ist auch hier nicht wirklich hörbar! Welcome back!
Ich
versteh den Titel eigentlich gar nicht. Sonst sind es doch die Journalisten,
die alles vergleichen, schubladisieren und bewerten wollen, die Musiker heben
hier sonst abwehrend die Hände. Nicht so Ray Wilson: Er legt gleich noch einen
drauf und legt sich mit einem Titan an? Nicht ganz, denn er hinkt – genauso wie
der anvisierte Vergleich. Was Ray Wilson sich mit dem Vergleich und mit dem
Box-Set erhofft, ist Aufmerksamkeit und Käuferschaft. Und beides hat dieses
fette Teil unbedingt verdient. 2 live-CDs + DVD mit dem kompletten
Live-Programm der „Genesis Classics“ Tournee im Schuber mit dem neuen
Stiltskin-Album. Mit der Ausstattung dieser Box läuft er allerdings Gefahr,
dass man sich an Äußerlichkeiten aufhält – und das hat insbesondere das neue
Studioalbum nicht verdient. Denn wie schon das erste Stiltskin-Album 2006, 12
Jahre nach dem Durchbruch mit „Inside“ ist auch sein Nachfolger einfach
grandios! Die Kombination aus seiner rauen Stimme und crunchigen Alternative
Rock Gitarren ist einfach das Beste, was er machen kann. Kombiniert mit einer
breiten Palette an Emotionen und Arrangements steckt das jede
Nickelback-Scheibe in die Westentasche. Und sogar zum Thema Hitsingle hat er
etwas beizutragen, denn Songs wie „American Beauty“ oder „Tale from a small
town“ sind potentielle Sternstunden eines Formatradio-Tagesprogramms. Und so
leid es mir tut: Es scheint die Zusammenarbeit mit Uwe Metzler, die zu den
substanzielleren Songs führen, das zeigen beide Stiltskin-Alben im Vergleich
mit jedem seiner Soloalben. Das könnte am Teamplay liegen – oder einfach am
Songwriter. Singen und performen bleibt dann ja Ray vorbehalten – und darin ist
er einfach spitze! Vor allem, wenn er eben so abwechslungsreich agiert – in
rockigen Arrangements wie dem Opener „Accidents will happen“ oder „Voice
of Disbelief“, in eingängigen Songs wie
dem o.g. „Singles“ oder balladesken Momenten wie „14th of March“ oder „She
flies“. Abgerundet wird das Ganze mit dem knapp 6-minütigen Pink Floyd-Epic
Finale „Ought to be resting“, wegen dem allein schon keiner verpassen sollte,
dieses Album gehört zu haben.
Insgesamt
ist das Album nicht so hart wie sein Vorgänger. Hin und wieder dürfen die
Gitarren zwar schmettern, aber sichtig laut wird es kaum. Passt scho`… um mal Kavka
zu zitieren. Marcus Kavka natürlich. Das tolle Album ist nur ein Teil dieser
neuen Veröffentlichung. Nominell gesehen nur knapp ¼, denn „nebenbei“ gibt es
noch zwei Live-CDs und eine DVD mit dazu! Zustände wie beim Hamburger
Fischmarkt. Der Live-Teil ist der Rückblick auf ein „langes, langes Jahr, aber
ein sehr gutes Jahr“, wie Ray Wilson kurz vor der letzten Zugabe berichtet.
Streng genommen war es auch mehr als ein Jahr, denn das Konzept, Genesis live
mit Symphonie Ensemble auf die Bühne zu bringen begann bereits im Sommer 2009.
2010 hatte ich dann auch endlich Gelegenheit, es zu sehen – leider in Brake vor
einem Publikum, das man einem Rockmusiker kaum wünschen mag. Aber wer
Genesisklassiker ankündigt, muss damit rechnen, dass sich auch ganz alte „Fans“
angesprochen fühlen. Wer obendrein noch dazusagt, dass der Auftritt mit dem
Berliner Symphonie Ensemble stattfindet, muss auch damit rechnen, die ganz,
ganz alten Fans vor sich stehen zu haben – und jene, die eine Gitarre in der
Nähe eines Verstärkers normalerweise meiden wie der Teufel… aber so ist es nun
mal, und Geld kann man damit schließlich und offensichtlich verdienen.
Das
Konzept war und ist schön! Bei Genesis-Songs (allergrößtenteils) auf Keyboards
zu verzichten, ist etwas Besonders und stellt klar, dass die Streicher viel zum
Einsatz kommen. Dass die ihren Job professionell absolvieren, ist auch klar, da
gibt es also nichts auszusetzen. Und Ray Wilson live zu sehen und zu hören ist
IMMER ein Erlebnis und garantiert ein großes Spektrum in der Songauswahl,
Entertainment in den Ansagen (heute leider schon weniger als noch in den frühen
Tagen, habe ich das Gefühl, aber vielleicht ist das auch situationsabhängig und
von Abend zu Abend unterschiedlich) und eine „eigene“ Umsetzung. Das ist zum
großen Teil ok, wird aber nicht bei jedem Genesis-Hardliner auf Gegenliebe
stoßen. Mich persönlich stören die Rockelemente nicht, wirken aber schon etwas
befremdlich manchmal. Unnötiger finde ich Songs von Phil Collins und Mike &
the Mechanics, denn die bleiben Covers, mit denen er ganz und gar nichts zu tun
hat – und rauben letztendlich fruchtlos Platz auf der Setliste. Da ist eine
Version des Stiltskin-Klassikers „Inside“ mit live gespieltem Klassik-Intro
schon passender – und ein sehr kraftvoller Abschluss des Live-Sets.
Auch
dieser Teil der Box, nebenbei: ein wunderschöner mehrfach aufklappbares
Digipack mit den drei Discs, ist ein Prunkstück in der Wilson-Diskografie und
auch einzeln angeschafft eine Empfehlung wert. Dass sie eine quasi kostenlose
Beigabe zum neuen Album darstellt, ist schlicht sensationell! Aber wenn ich auf
die Ausgangsfrage zurückkomme, finde ich das neue Stiltskin-Album den besseren
und wichtigeren Teil. Und das soll bei einer (grundsätzlich gelungenen)
Veröffentlichung auf der Genesis steht, schon etwas heißen!
Es
hat eine ganze Weile gedauert, seit seinem letzten Lebenszeichen, aber er hat
die Zeit offenbar gut genutzt. Mit einer gänsehaut-genialen Mischung aus den
Retro-Sounds seiner Anfangstage und vereinzelten modernen Einsprengseln trifft
er genau ins Schwarze. Das ist Soul, das ist Rock, das ist Pop, da ist Reggae
und Psychedelic – und all das in einem einzigartig unverwechselbaren Gesamten.
Champions League-Niveau, das seinem Superstar-Status gerecht wird. Oder
umgekehrt
Die Erneuerer des
Blues. Wie auch Joe Bonamassa
seinen Blues in der eleganten Floyd-Variante präsentiert, beweisen auch die
britischen Youngster, dass auch ein traditionsbewusstes Genre wie der Blues dem
allgemeinen Trend des Wegfalls der Genregrenzen nicht standhalten kann. Ihr
energetischer Rock weckt nicht zuletzt durch die Bono-eske Stimme ihres Sängers
starke Erinnerung an U2s späte 80er-Phase. Dabei ist nach objektiven
Gesichtspunkten nicht einmal eindeutig zu sagen, warum man dieses Album
trotzdem eher dem Blues zuordnet. Vielleicht klingt es einfach nur gut: „Die
Erneuerer des Blues“…
Retro galore! Ein Album, über das zu schreiben nicht befriedigt,
weil es so vielschichtig ist, so emotional, so vollgepackt mit Sounds und
Stimmungen, die einen gefangen nehmen und so herrlich die Nackenhaare
aufstellen. Deshalb spiel ich‘s auch lieber
- und das auch gleich mehrfach – wie üblich bei der Blizzard CD des
Monats!
Ein spannendes Werk zwischen Neil Young und Indie-Rock,
zwischen Folk-Sparsamkeit und Stadion-Hymne, zwischen Pearl Jam, den Hothouse
Flowers und The Verve. Deswegen: Nicht lesen, hören!
Sie sind zurück
auf der Spur. Nach den stellenweise fast etwas seichten Vorgängeralben kommen
sie auf ihrem neuen Album wieder mit formvollendeter Erhabenheit: Auf gleich
zwei CDs zelebrieren die Briten die Mischung aus Symphonik-Bombast, Irish Folk
und Art-Rock, mit denen sie vor allem mit ihrem 1996er Meisterwerk „Journey
into the Morn“ so begeistern konnten. Für alle, denen das bislang verborgen
geblieben ist, sei diese Mischung als einzigartige Symbiose aus dem Besten aus
Riverdance, Sarah McLachlan und Pink Floyd beschrieben. http://www.iona.uk.com
Vom Hardcore über
Emo zum Coldplay-Stadion-Rock – und das im Verlaufe des Albums gleich zwei Mal!
Dürften sich dem geneigten Softrock-Melodicfreak anfangs dieses Albums noch die
Zehennägel hochklappen ob der überklappenden Stimme Gregory Dunns, sollte es
ihm nicht schwerfallen, sich Hals über Kopf in Hitaspiranten wie „The Cascade“
oder „Once Rendering“ zu verlieben. Die Metamorphose vom Screamo-Indie- Rocker
in den Songs 1&2 über die folgenden drei Songs ist beachtlich und absolut
spannend. Dass sich das gleiche Procedere in den Songs 6 & 7 bis zu Albumende
noch einmal vollzieht, ist faszinierend und unterstreicht die
Wandlungsfähigkeit und Eigenständigkeit dieser Band. Und die Songs sind super!
Und der o.g. Coldplay-Vergleich stimmt wirklich - sowohl stimmlich als auch
musikalisch. Ansonsten seien Thrice und dredg als Anhaltspunkte genannt.
Warum auf ein Genre
festlegen, wenn es doch noch so viele spannende andere gibt? Diese
Grundeinstellung ist ein immer populärer werdender Gedanke in der heutigen
Rockmusik. Entsprechend sind spannende Genre-Crossover-Projekte entstanden, die
jegliches Schubladendenken als spießig und veraltet bloßstellen. Von daher ist
dieser Ansatz auch bei Flaming Row nichts Neues. Und doch sind sie anders. Denn
abgesehen davon dass sie ein extrem breites Spektrum abdecken und ihre Songs
überborden vor Ideenreichtum und Musikalität, besuchen die die verschiedenen
Genres auch gerne mal nacheinander. Stimmige Vocal-Harmonien,
Prog-Instrumentals, Lana Lane-ähnlicher AOR/Prog-Metal, Dream Theater oder
Ayreon-Härte – ich habe selten ein Album erlebt, dass so unterschiedlich sein
kann von Song zu Song. Das Grande Finale wartet mit Floyd-/Genesis-Bombast-Prog
auf. Was für ein Album! Nicht immer einfach, auch nicht in jedem Song immer
genial, fast möchte man sagen, nicht einmal in jedem Song für jeden kompatibel,
aber als Gesamtwerk ein echtes Meisterwerk. Sollte man gehört haben.
Das Soloprojekt des Flower Kings Bassisten Jonas
Reingold geht in die vierte Runde. Ein Output, mit dem er seinen eigenen
Vorbilder und Einflüsse verarbeitet, die neben dem Progressive Rock seiner
Stammband im Pop und (Classic) Rock der 60er bis 80er zu liegen scheinen. So ist
das Album eine tolle Mischung aus komplexen Strukturen, eingängigen Melodien,
harmonischen Gesangslinien und eingestreuten Instrumentalpassagen. Angefangen
mit dem 15-minütigen Opener „1969“, einer Suite, die ohne große Frickelei
auskommt und trotzdem niemals zu lang erscheint, fortgesetzt mit den weiteren
Highlights „The world is caving in“ mit seinem epischen Gitarrensolo und
„Theres nothing wrong with the world“ bis zum getragenen Finale „When fear came
to town“ ist dies ein herrliches Album, das immer wieder Reminiszenzen an große
Genesis-Momente aufkommen lässt, eigentlich aber ganz wunderbar auf eigenen
Beinen steht. Ganz ohne progressive Frickelei geht‘s übrigens auch nicht – aber
die Melodik steht klar immer im Vordergrund, weswegen sich darum also keiner
Sorgen zu machen braucht. Dieses Element trägt aber zu der Tatsache bei, dass
das Album mit jedem Hördurchgang noch weiter wächst. Und genau so sollte es sein.
Grandios!
EMI schaut sich in den eigenen Archiven um und arbeitet dabei
mit viel Liebe daran, Klassikern ihre echte Qualität (wieder) zu geben. Und wie
im Falle Wolf Maahn war das auch überfällig! Ich kann mich gut daran erinnern,
dass ich mich damals geärgert habe, dass aus der ursprünglichen Doppel-LP eine
1-CD-Variante gekürzt wurde. Denn zwangsläufig waren zu viele Highlights
gestrichen worden – „Sucht der Träumer“, „Nicaragua“, „Direkt ins Blut“
und fünf weitere! Da konnte man sich damals nur damit trösten, dass die
eigene blecherne Rockpalast-Aufnahme – vom TV-Lautsprecher direkt ins
Kassettenrekorder-Mikrofon – wenn schon nicht klanglich, dann aber doch
zumindest stimmungsmäßig einen Ersatz darstellte. Nun wird’s endlich
geradegerückt: Die 2-CD Variante hat sie alle wieder mit drauf und lässt das
Ganze in der 110-Minuten Version (+ Studiosongs) wieder zu einem (wahrscheinlich
nahezu) kompletten Konzert werden.
Leicht erweitert in der CD-Version, aber v.a. ganz
groß aufgewertet durch die DVD-Beigabe mit dem kompletten Auftritt des
legendären „Unplugged“ Auftritts wird auch diese Wiederveröffentlichung mehr
als eine Randnotiz. Herzlichen Dank und Glückwunsch für diese Entscheidung an
die EMI. Mein nächster Wusch wäre jetzt die Aufwertung des BAP-Live-Klassikers
„bess demnähx“ auf die wahre Konzertlänge… aber dafür wäre dann wahrscheinlich
auch ohne DVD-Beilage wohl eine 3-CD-Box nötig…
Natürlich bin ich 3DD
Fan und auch das neue Album hat nichts, was einen 3DD Fan (v)erschrecken könnte
- aber es gibt auch nichts, was nicht so schon mehr oder weniger genauso auf
einem der letzten Alben zu hören gewesen wäre. Streng genommen ist auch die
Variation innerhalb des Albums relativ gering - und auch geringer als noch auf
ihren früheren Alben. Die eckigen Kanten scheinen glattgestrichen, die
Erfolgsformel akustischer Einstieg, rockige Fortführung wird systematisiert -
das ist - mit Verlaub - Stillstand auf hohem Niveau. Was hin und wieder gut tut
- hin und wieder aber auch mal zu wenig sein kann. Aber es ist ja schön zu
hören, dass es ihnen gut geht (siehe Titel). :-)
Sommerzeit ist Alternative Rock Zeit? Nach Prime Circle
(s.u.) und Three Doors Down kommen auch Cold aus Florida mit einem neuen Album!
Und auch das ist richtig fett und nur zu empfehlen. Ihr Album #5! 2005 hatten
sie nach rund zehn Jahren eine Pause eingelegt, 2009 ging es zurück auf Tour,
jetzt kommt „Superfiction“. Eine Album, das nicht sofort zündet, weil es
weniger primär auf Hooklines und Weichspül-Melodik ausgerichtet ist, das aber
im Endeffekt total interessante Songs beinhaltet. Obwohl schnellere Nummern
weitgehend fehlen, stehen sie vom Härtegrad her ungefähr zwischen Three Doors
Down und Creed, also durchaus mit knackigen, aber nicht unbedingt metallischen
Gitarren.
Die Seattle Rocker standen immer zwischen den Polen Metal und
(Pop-)Rock. Mit einer Vergangenheit im Metal erreichten sie den von den Fans
dieser Seite geliebten und euphorisch gefeierten künstlerischen Höhepunkt mit
dem „Operation:Mindcrime“ Konzeptalbum. Kommerziell erfolgreicher indes war der
Nachfolger „Empire“ – nicht zuletzt durch den MTV-Hit „Silent Lucidity“, der
aber auch insgesamt von einer ganzen Reihe Songs deutlich melodischerer
Ausrichtung flankiert wurde. Im Folgenden schwankte man hin und her, wurde aber
generell eher der Metal-Fraktion zugerechnet – und von der verabschiedet sich
das neue Album völlig! Mit seiner durchweg melodischen Ausrichtung konzentriert
sich die Band auf gute Hooklines. Highlights wie „Retail Therapy“ oder „At the
Edge“ (sic!) erreichen fast U2-Stadionrock-Sphären - das ist gar nicht
schlecht. Die Texte sind manchmal etwas arg platt, aber insgesamt macht’s Spaß!
Die Special Edition legt noch einmal einen
drauf. Mit geänderter Trackreihenfolge (!) und vier Bonus-Songs wird der
melodische Charakter noch einmal verstärkt. Für mich das beste Album sei
„Empire“.
Nachdem er 1993 überraschend mit seinem #1-Album
„Bat Out Of Hell II – Back Into Hell“ und der Hitsingle „I’d Do Anything for
Love“ wieder ganz oben auf dem Podest stand, war es wenig verwunderlich, dass
er den Erfolg zwei Jahre später gerne fortgesetzt hätte. Die Rechnung wäre fast
aufgegangen: Die erste Single „I’d lie for you (and that’s the truth)“ hatte
fast ähnliches Potential und auch die Songs waren nicht so viel schlechter.
Aber es hakte irgendwo. Für viele war es zu dicht am Original, in diesem Fall
am Vorgängerwerk, obendrein fehlte vielleicht Jim Steinman, der dem Ganzen den
letzten Feinschliff hätte verleihen können. Mehrere Top-10-Platzierungen und
umjubelte weltweite Tourneen hätten manchem Künstler Freudestränen in die Augen
getrieben, im Falle Meat Loaf war es – mal wieder – ein Schritt zurück. Dabei
wird zu leicht übersehen, dass das Album voller Perlen ist. Darum erinnert
Virgin gerne noch einmal daran – und veredelt das Album obendrein mit vier
Bonustracks, einer Live-CD und einer DVD mit Videos, Live-Songs und einem
Promo-Interview. Sehr schönes Package!
Ein Interview mit Meat Loaf gibt es HIER!
Um jetzt mal den sehr netten Titel aufzugreifen: Wie schön,
dass dieser Mann seine zweite Chance genutzt hat! Das Ergebnis ist nämlich eine
herrliche Mischung aus klassischem Piano-Pop und großem Rock – oder um die
zitierten Einflüsse fallenzulassen: von Bach, Brahms und Beethoven über Billy
Joel und Elton John zu Led Zeppelin! Da beginnt ein Song mit leisem Piano um
dann im Rockfinale zu enden (#1), oder es beginnt rockig, führt einen
Coldplay-mäßigen, hymnischen Chorus ein und unterbricht dann plötzlich für eine
feine Violinpassage (#2). Nun sind nicht alle Songs so vollgepackt, einige sind
auch „einfach“ nur schön oder poppig oder federnd leicht. So wie die erste
Single „Light Outside“. Aber es passiert einiges – und das macht dieses Album
sehr abwechslungsreich, spannend und unterhaltsam!
Das sensationelle Debüt einer deutschen
Band! Die Hamburger sind der Beweis dafür, dass musikalische Vielfalt nicht in
Beliebigkeit ausarten muss. Das sollte man dann wohl New Artrock nennen, wie
sie progressive Taktwechsel, melodische Harmonien und hin und wieder auch
brachiale Gitarrenwände zu einem homogenen Ganzen vermischen. Sich hin und
wieder gerne in instrumentalen Epen verlieren, nur um im nächsten Moment die
Hookline, den Song wieder in den Vordergrund zu stellen. In der Tat hatte ich
gerade enttäuscht festgestellt, dass sich die antizipierte musikalische
Brillanz wohl für ein Instrumental-Album „verschwenden“ würde (ich habe ja ein
etwas gespaltenes Verhältnis zu gesangslosen Darbietungen), als nach knapp 6
Minuten der Gesang doch noch anhebt. Dass sich der über die 7 Songs auch noch
ausnehmend abwechslungsreich gestaltet, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
Ein Anwärter auf die Top 10 des Jahres!
Ihre Stimme kratzt nicht so schön, wie die von Sarah
Bettens, aber manchmal hat sie dieselbe Art zu singen: Katrin Biniasch ist die
Sängerin dieser Krefelder Formation, die mit ihrer charmanten Mischung aus
Pop-Hooklines und Rockgitarren gerade ihr Debütalbum vorgelegt hat. Vier Jahre
hat‘s gedauert, bis es im Kasten war, aber schön ist’s geworden! Und trotz der
stimmlichen Unterschiede zu Sarah Bettens bleibt K’s Choice ein Ansatzpunkt zur
musikalischen Verortung. „I don’t mind“ halte ich zwar angesichts des
Potentials des Albums gar nicht mal als optimal gewählte erste Single, aber wie
hätten sie sich steigern sollen, wenn sie gleich „Chicago“ oder „Save me“
vorgelegt hätten?
Wir wollen ja kein musikalisches Konkurrenzdenken fördern
hier, aber wenn das neue Album der Südafrikaner Prime Circle fast zeitgleich
mit dem neuen 3 Doors Down Album erscheint, liegt ein direkter Vergleich schon
nahe. Schon ihr letztes Album „All or nothing“, mit dem sie es über EMI
versuchten, trieb dem geneigten Alternative Rock Fan verklärte Blicke in die
Augen, fand er hier doch das Musterbeispiel aktuellen Alt.Rocks – rauhe Vocals,
kräftige Gitarren vor melodischen Hooklines, immer die ausgewogene Balance
zwischen Heaviness und Melodie, wo Nickelback, Creed, Alter Bridge oder Seether
oft auch mal heftiger dröhnen, wo Acts wie Sunrise Ave. meist einen Tick zu
poppig agieren, treffen Prime Circle einfach genau ins Schwarze, haben tolle
Songs am Start und – um mal den Vergleich erneut zu bemühen – sind noch einen
Tick weniger pathetisch als 3 Doors Down. Von daher: Wenn ich wählen müsste,
hätten die afrikanischen Volkshelden (2000 gegründet waren sie mehrere Jahre in
Folge die verkaufsstärkste Rockband Südafrikas) mit ihrem mittlerweile vierten
Album die Nase vorne.
Gerade einmal 9 Monate nach ihrem
sensationellen Debüt sind sie schon wieder da: Die Supergroup mit der Mission,
den 70ss-Classic-(Hard-)Rock wiederzubeleben. Und auch 2011 gelingt ihnen das
mit Bravour – klasse Songs, grandiosen Soli und Breaks und meisterlichen
Instrumentalleistungen. Und das ist nicht einfach so daher gesagt, sondern in
jedem einzelnen Song begründet. Das beginnt mit dem energetischen Opener „The
Outsider“, der einer Dampflok gleich losrauscht, mit Druck, Gitarren und
Orgel-Extravaganzen und nicht zuletzt wegen der Stimme Glenn Hughes stark an
Deep Purple erinnert. Das setzt sich fort im munteren Nebeneinander von mehr
oder weniger straighten Rockern (wie „Smokestack Woman“) und Schwergewichten
epischer Größe („Save me“, „Little Secret“). Dabei bleiben Purple eine Referenz
– unter mehreren. Denn die Akteure bringen viel zu viel Individualität und
Vorgeschichte mit ein, um auf ein einzelnes Genre reduziert werden zu können.
Deswegen ist jeder Song von anderen „Momenten“ geprägt und kann auf eigene Art
und Weise überzeugen. Ein tolles Album!
Relativ neu in der Szene sind State of Evidence aus Oldenburg – trotzdem
haben sie bereits ihr Debutalbum im Kasten. Am 26. April haben sie das schon im
Tunis in Marx vorgestellt. Rauher, energetischer Rock zwischen Alternative und
Punk Rock. Der etwas kehlige, raue Gesang trägt dazu bei, dass das Gesamtbild
relativ rau ist, stellt sich aber schnell als wirklich gekonnt heraus. Und wird
in den melodischen Tönen wunderbar kontrastiert. Von letzteren hätten es nach
meinem Geschmack ein paar mehr sein können… stimmig ist das Album aber auch so.
Direkte Vergleiche fallen wir spontan keine ein – was ja auch ein gutes Zeichen
ist, aber Fans von Social Distortion, Fall Out Boy, Samiam und den Foo Fighters
sind hier gut aufgehoben.
Ach, dieser alte Genesis-Knacker. Solo. Mit einem
Live-Album. Wie spektakulär. Gähn.Gähn? Von wegen! Und was ist eigentlich
„alt“? Immer nur so alt, wie man sich fühlt… und ich habe ihn vor ein paar
Jahren in Hamburg für ein ausführliches Interview getroffen, und kann sagen,
dieser Mann ist noch lange kein „alter Knacker“! Waren schon seine letzten
Studioalben allseits gefeiert worden als späte Meisterwerke, scheint er erst
auf der Bühne richtig aufzuleben – denn was diese CD betrifft, zeigt er sich
von seiner besten Seite. Abwechslungsreich, mal laut, mal leise, mal straight,
mal verspielt, mit einem tollen Mix aus seien Soloalben sowie einigen
Genesis-Klassikern, denen er durch die oft sehr eigene Interpretation ganz
neues Leben einhaucht. Da wird manches fast jazzig (auf die „Sting-Art“)- und
dadurch auf ganz neue Art „progressiv“. Grandios! Anders kann man das gar nicht
nennen!
Er gehört zu den Songwritern,
bei denen jeder Ton an der richtigen Stelle sitzt. Das mag eine subjektive
Bewertung sein – aber das ist Musik allgemein. Also darf ich das mal so stehen
lassen. Zumal diese Fähigkeit bei Neal Morse seit mittlerweile acht Soloalben
ungemindert anhält (von den Spock’s Beard & Transatlantic-Alben ganz zu
schweigen). Knackpunkt seiner Soloarbeiten ist eigentlich nur die christliche
Ausrichtung der Texte. Die hatte in den letzten Jahren eher abgenommen, mit
„Sola Scripturs“, dem Album über Luther wandte er sich fast einem weltlichen
Thema zu. Nun folgt mit der Fortsetzung des „Testimony“ Konzepts nicht nur
musikalisch die Fortsetzung des alten Themas (was eigentlich ganz geschickt und
gut gemacht ist), auch textlich purzeln die göttlichen Bezüge anstrengend oft
aus den Boxen. Das sollte man bedenken, wenn man sich diesem Album nähert- dran
vorbei kommt aber eigentlich trotzdem keiner: Atemberaubende Melodiebögen,
Soli, Abwechslung, es ist alles drin – und einmal mehr beweist er seine
Ausnahmestellung als Songwriter.
The next
big thing! Keine Ahnung, ob das hier auch schon wer gesagt hat, aber ich
sag das! Diese Jungs sind der Hammer! Vier Youngsters aus UK, die mit ihrem
Debütalbum eine so reife Scheibe vorlegen, dass es einem kalt den Rücken
runterläuft. Während man anfangs noch denkt, das britische Kings of Leon -Pendant
vor sich zu haben, laufen sie im weitere Verlauf auch Bonos U2 den Rang ab –
zumindest was die aktuellen musikalischen Ergüsse angeht. Und apropos
musikalisch: abgesehen von der fantastischen Stimme Nick Browns (nebenbei auch
noch Pianist und 2. Gitarrist) und seinen cool zockenden Kollegen sind die
Songs eine perfekte Melange aus cool gezocktem Riff-Rock und Hookline-basierter
Leidenschaft – sensationell! Dabei sind die vier auch noch so extrem mitreißend
und energetisch, man hat das Gefühl, die haben gar keine Zeit für Balladen –
bis zum abschließenden „Trouble on the way“. Diese Band dürfte eine ganz große
Zukunft haben!
Kurt Cobain hat viele Erben, aber keine
Band hat es bislang geschafft, einer Nirvana 2.0-Ausgabe so nahe zu kommen, wie
Seether. Di gebürtigen Südafrikaner verbinden die raue Härte Seattlescher
Gitarren mit einer Melodieverliebtheit von Kollegen wie Three Doors Down, Creed
oder Hoobastank, ohne dabei in immer gleiche, vorhersehbare Muster zu
verfallen, wie bspw. Chad Kroegers Nickelback. Deren musikalische Nähe ist zwar
genauso vorhanden wie die stimmliche Nähe zu o.g. Cobain, aber im Ergebnis
finde ich Seether spannender! Dass es dabei hier und da mal richtig melodisch,
fast balladesk werden kann, gehört genauso dazu, wie es in anderen Songs auch
richtig scheppern darf. Und dass ihr neues Album insgesamt einen großen Schritt
in Richtung Hit-Kompatibilität gemacht hat, dürfte die wenigsten wirklich
stören. Großes Kino!
Das war schon eine spannende Erfahrung, als
ich vor ein paar Jahren – angeschoben durch die Promo-Aktivitäten des Berliner
Gordeon Teams (danke dafür!) – die Welt des Post/Emo/HC-Rock von (u.a.) Victory Records
kennenlernte! Bands wie 1997, Aiden, Bayside, Silverstein, später Hawthorne
Heights oder Jamie Elsewhere waren ganz neue Hotspots der amerikanischen
Musikszene. Aber es gab auch europäische Vertreter – wie z.B. die walisischen
Lostprophets oder die holländischen Face Tomorrow. Und die haben jetzt ihr
fünftes Album herausgebracht, auf dem sie ein wenig dem Weg ihres UK-Pendants
folgen – noch mehr Wert auf große Momente und gute Hooklines, die HC-Wurzeln
weiter in den Hintergrund, v.a. was den Gesang betrifft (de facto bis auf ein,
zwei kurze Ausnahme kaum noch wahrnehmbar). Aber das ist ok, der Energielevel
ist immer noch hoch genug und die Songs sind grandios. Die Musiker sind
gewachsen, die Aggressivität den jungen Wilden.
Anspieltipps: All the Way, Move on, Paralusion, The Maze.
Nun wird langsam ein Schuh
draus. Etwas Zeit haben sie sich noch gelassen, um zu sehen, inwieweit die Tour
mit Deep Purple (siehe Interview) sich direkt in
CD-Bestellungen niederschlägt, v.a. was die hochwertigeren Produkte angeht. Das
2004er „Marbles“-Album war im Handel bislang nur als 1-CD-Version erhältlich,
das spannende Doppelpack musste man sich schon bei der Band selbst besorgen.
Was ich mit dem Schuh meine? Nun, immerhin bestand das einstündige Set der
November-Tour fast zur Hälfte aus dem auch auf „Marbles“ befindlichen Rahmen –
nämlich den 2 Songs „Invisible Man“ (Opener) und „Neverland“ (Finale) mit knapp
25 Minuten Gesamtlaufzeit). Jetzt, 7 Jahre nach der Erstveröffentlichung ist’s
vorbei mit der Exklusivität. „Marbles“ wird auch in der neuen
„Madfish“-(Snapper-)Version als edles 2-CD-Digipack – komplett mit 36-seitigem
Booklet – vertrieben. Richtig so! Ein saustarkes Marillion-Album, das die
neuerliche Aufmerksamkeit verdient hat!
Parallel wird übrigens auch „Somewhere Else“
über Madfish wiederveröffentlicht – aber hier bleibt es bei der
1-CD-Variante...
Kaum gibt es LIVE nicht mehr, steht Ersatz zur Stelle… obwohl sie vor
2 Jahren damit wohl noch erfolgreicher gewesen wären, denn damals schwächelten
LIVE richtig. Mittlerweile, d.h seit dem vergangenen Jahr, machen sowohl Sänger
Ed Kowalczyk solo also auch der Rest der Band als The Gracious Few das genauso
gut selbst. Soll heißen: LIVE Sound, zeitgemäß aufpoliert, sprich mit einigen
härteren sowohl Alternative, als auch (Pop-)Punkt-Ansätzen, vereinzelt fast
Post-Rock-Walls of Sound. Eine konsequente Weiterentwicklung des ursprünglichen
LIVE-College-Rock-Sounds also. Und das auf absolut amtlichem Niveau! Das macht
richtig Spaß und hat einige Highlights in petto.
Es gibt Institutionen des Rock, die können
eigentlich gar nichts verkehrt machen – da freut man sich einfach nur über ein
neues Album als eine neue Sammlung von Songperlen. Die Namen, die solche
Institutionen darstellen, mögen bei jedem subjektiv verschieden sein,
Whitesnake wäre aber eine solche Konstante, die bei manchem in dieser Liste
auftauche dürften. Und auch das neue Album schlägt in die Kerbe, die man von
der Band um „The voice of Rock“, David Coverdale kennt. Trotzdem gilt es,
eine Warnung auszusprechen. Denn abseits aller handwerklichen Qualitäten und
Whitesnake-typischer Mischung aus harten, midtempo und balladeskeren Rockern
gibt es noch eine Komponente wie Eingängigkeit / Hookline, die abseits von
Die-Hard-Fans über Erfolg oder Nicht-Erfolg, sprich Kauf oder Nichtkauf
entscheidet. Und wenn wir ehrlich sind, ist das elfte Whitesnake-Album
„Forevermore“ einfach nur solide. Vor allem im zweiten Teil des Albums ist
vieles Füllmaterial und nach Schema „F“, bzw. W* gestrickt, sowohl musikalisch
als auch textlich. Warum z.B. nutzt er seine zwei Edelgarde-Gitarristen Doug
Aldrich und Reb Beach zwar hier und da für ein gelungenes Solo, aber gerade mal
einmal (in „My Evil Ways“) für ein Gitarrenduell? Und warum nimmt er mit „One
of these days“ eine verkappte Radio-Pop-Rock-Single auf und verhunzt den wahren
Hit des Album, den Titelsong nämlich, zum großen Metalfinale? Der in einer
radiokompatiblen Version würde Hits wie „Nothing else matters“ oder „November
Rain“ locker die Schau stehlen können… Nein, hier ist nicht alles Gold, auch
wenn das Cover das andeuten möchte. Aber man muss sich ja auch nicht jedes Mal
steigern.
(Review leider in den Umbauten der Radio Jade Homepage verloren
gegangen)
Es
ist beeindruckend, welch Live-Energie die Jungs um Mick Jones auf die Bühne
bringen – und damit meine ich nicht nur den wirbelnden Derwisch Kelly Hansen,
der vor einiger Zeit das Mikro übernommen hat und da wirklich einen exzellenten
Job macht. Alle Beteiligten haben ihren Spaß – und lassen uns daran teilhaben.
Das galt schon für ihr letztes Studioalbum, das galt für die letzte Tour, und
das gilt auch für ihre neueste Veröffentlichung, einem Mitschnitt aus Nashville
2010. Ein komplettes, quasi ungeschnittenes Set, in dem die Hits nur so
übereinander purzeln und dabei einen Bogen spannen vom ersten bis zum aktuellen
Album – ohne große Stilbrüche oder Schwachpunkte. Ebenso wie auf unnnötige
Schnitte im Set verzichtet wurde, ist auch die Bildführung dem eher gesetzten
Publikum im Auditorium – und v.a. der zu erwarteten Zielgruppe angepasst. Auf
Effekte wurde größtenteils verzichtet, leider liefert auch der Sound keine
großen Extravaganzen, alles professionell und solide, nicht mehr und nicht
weniger. Dazu noch ein ganzer Stapel Bonusmaterial - Live-Videos der
PBS-Konzertreihe, noch mit Jason Bonham am Drumkit, Videos zu den Titeln “When
It Comes To Love”, “Can't Slow Down” und “Too Late” sowie Interviews
mit Kelly Hansen und Mick Jones – macht 2,5 Stunden Live-Genuss!
Ein Interview mit Foreigner zum aktuellen Studioalbum "Can't
slow down" gibt es auch HIER
Das Jahr 2011 war wieder reich gefüllt mit echten
musikalischen Highlights in allen Sparten. Kein Überflieger-Album wie 2010 –
das kann es auch nicht jedes Jahr geben – und das machte es nur noch schwerer,
eine Wertung vorzunehmen, denn was auf den nachfolgenden zwanzig Plätzen (und
ich habe es wieder nicht geschafft, sie auf 10 zusammen zu kürzen…) kommt und
passiert, ist – für mich – auf einem vergleichbar hohen Niveau. Deswegen habe
ich sie auch in alphabetischer Reihenfolge „platziert“! Also seht die Liste an
als meine Tipps für CDs aus dem Jahr 2011, die man gehört haben sollte.
Und hier könnte es auch heißen „Veröffentlichung des
Jahres“, denn was hier zum Preis von einer regulären CD angeboten wird, schießt
(nicht nur 2011) den Vogel ab. Trotzdem geht die Ehrung nicht an die
„Dreingabe“ sondern an das eigentliche (Studio-)Album, denn damit ist dem
Schotten die perfekte Kombination aus harten Gitarren, Melodie und
Eingängigkeit gelungen, die getoppt von seiner tollen Stimme ein Dutzend Songs
für die Ewigkeit gemeißelt hat. Die komplette Rezension findet ihr weiter
unten!
Amplifier
– The Octopus
Anubis –
A Tower of Silence
The
Domino State – Uneasy lies the Crown
Dream
Theater – A Dramatic Turn
Of Events
Eastern
Conference Champions – Speak-Ahh
Ghost of
Tom Joad – Black Musik
Haken –
Visions
Iona – Another
Realm
Mona –
Mona
Moon Safari – Lover's
End
Neal
Morse – Testimony 2
Nihiling
– Egophagus
Panama
Picture – Oh, Machine
Pandoras.box
– Monomeet
Pendragon
– Passion
Prime
Circle – Jekyll & Hyde
Seven
steps to the green door – The Book
Subsignal
– Touchstones
The
Tangent – Comm
Yellowcard
– When You're Through Thinking, Say Yes
Die Reviews der CDs
des Jahres 2011
Amplifier - The
Octopus
Amplifier sind zurück! Rock-City’s Finest sind zurück, um
ihren Anspruch auf den Thron zu bestätigen – was die ebenfalls aus Manchester
stammenden Oceansize und Oasis wohl nicht so gerne hören, von Mick Hucknall und
David Gray mal ganz zu schweigen. Aber das müssen sie wohl selbst dran
arbeiten. Tatsache ist, dass Amplifier
zurückgekehrt sind zu ihrem edlen, mächtigen Sound, den Longtracks und den cool
gezockten Rock-Riffs, bei denen sich die Haare so schön aufstellen. Hat
zugegebenermaßen etwas gedauert, dieses Album, aber das müssen sie ja selber
wissen. Müssen sie sich halt noch mal durch das Dickicht der Unbekanntheit
schlagen – ein Album wie dieses wird ihnen den Weg aber erleichtern!
Dabei geht es erst etwas ungemütlich los – rau, polternd
und mit „kürzeren“ Songs, womit sie ein wenig anknüpfen an die letzten
Veröffentlichungen, nur um dann den Bogen zurück zu schlagen. Die zweite Hälfte
der 8 Songs auf CD1 glänzen nicht nur mit Songlängen zwischen neun und
elfeinhalb Minuten, sondern auch wieder mit epischer Breite und ausufernden
Sounds zwischen Post-, Stoner und Psychedelic-Rock.
Und CD2 versucht sich erst gar nicht in Gefilden abseits
des Metiers, das die Jungs am besten beackern, sondern schöpft auf ganzer Länge
aus dem Vollen. Mit acht Songs zwischen 5 (eher weniger) und (meistens) rund 10
Minuten präsentieren sie uns eine gute Stunde lang eine spannende Mischung aus
o.g. Zutaten. Eigentlich ein frühes Highlight der Alben 2011! Was mir noch
fehlt, sind ein paar mehr wirklich ergreifende, packende Momente. Soli,
Hooklines, Passsagen, die hängen bleiben, wegen derer man sich dieses Album
wieder und wieder anhören muss und die dieses Album wirklich an die Spitze
stellt. Zuviel verlangt?
Anubis – A Tower Of Silence
Innerhalb nur eines
Jahres haben die Australier ihr zweites Album nach „230503“ (2010) fertig
gestellt – und sie machen einfach da weiter, wo sie mit dem Debüt begeistert
haben. Fettester Prog zwischen Floyd, Genesis und Marillion, mit grandiosen
Soundflächen, bombastischen Arrangements, tollen Breaks und Soli, viel
Atmosphäre, tollen, mehrstimmigen Gesangsharmonien, nie frickelig, und trotzdem
immer wieder überraschend und unvorhersehbar. Wer das Debüt mag, kann hiermit
bedenkenlos nachlegen, alle anderen sollten langsam auf diesen Namen aufmerksam
werden – denn ich behaupte mal, dass 80% der Empire-Leser nach genau diesem
Sound suchen. Deswegen muss man hier auch gar nicht viel mehr dazu schreiben.
Selber hören ist die Devise!
Das nächste große
Ding aus dem UK? Die Londoner beackern die Szene schon eine Weile mit immer
neuen, großartigen Singles und einer EP, jetzt erscheint endlich ihr
Debütalbum. Und wie es sich gehört, fasst das Best-of-like alle bisherigen Großtaten
zusammen. Glasvegas, Simple Minds, Coldplay, U2 - The Domino State haben Songs
ähnlichen Formats, fügen aber gerne noch eine Schippe Wall-of-Sound hinzu. Die
britischen Medien jubeln bereits, mal
sehen, wann sie
bei uns richtig durchstarten.
Dream Theater - A Dramatic Turn of Events (Roadrunner)
Was habt ihr erwartet? Dass hier alles den Bach
runtergeht, nur weil der Mann, der fünfundzwanzig Jahre für den Hauptanteil des
Songwritings und der Bandöffentlichkeit verantwortlich war, der band den Rücken
kehrt? Wenn das so wäre, dann hätte sich das Mike Portnoy wahrscheinlich gar
nicht getraut. Sag ich mal, denn dafür waren Dream Theater immer viel zu sehr
„sein Baby“, als dass er es allein in der Wüste zurücklässt. Natürlich tut sein
Weggang weh, es wurde viel darüber gesagt, und der Albumtitel trägt seinen Teil
dazu bei. Aber die Band ist – gerade in den letzten Jahren – viel mehr eine
Band geworden, als sie es lange war. Und das betrifft am relevantesten das
Songwriting: Dem neuen Album kann man kaum anhören, dass sich hier etwas
geändert hat! Und ich behaupte, dieses Urteil freut auch Mike Portnoy.
Das Album ist komplex, begeistert mit irrwitzigen
Instrumentalpassagen in einem und mit bombastisch melodischen Songs im anderen
Moment, inkorporiert alle bekannten und liebgewonnenen Zutaten der Band und
hält das Championsleague-Niveau der letzten Alben.
Denn auch das war ja wohl klar: Eine dramatische
Veränderung der Musik kann hier ja wohl – wenn überhaupt nötig – frühestens mit
einem späteren Album erwartet werden. Zusätzliche Entwarnung für alle
Cookie-Monster-Vocals-Hasser: LaBrie singt wieder durchgehend! Ein weiteres
Anzeichen für die Rückkehr zu den Stärken der Band. Ach, und was den neuen Mann
an der Schießbude angeht: Auch hier haben die vier verbliebenen Musiker ein
sicheres Händchen bewiesen – ein Unterschied ist auch hier nicht wirklich
hörbar! Welcome back!
Eastern Conference Champions - Speak-Ahh (The
Organisation/Sooulfood)
Retro galore! Ein Album, über das zu schreiben nicht befriedigt,
weil es so vielschichtig ist, so emotional, so vollgepackt mit Sounds und
Stimmungen, die einen gefangen nehmen und so herrlich die Nackenhaare
aufstellen. Deshalb spiel ich‘s auch lieber
- und das auch gleich mehrfach – wie üblich bei der Blizzard CD des
Monats!
Ein spannendes Werk zwischen Neil Young und Indie-Rock,
zwischen Folk-Sparsamkeit und Stadion-Hymne, zwischen Pearl Jam, den Hothouse
Flowers und The Verve. Deswegen: Nicht lesen, hören!
The Ghost of Tom Joad
Der Bandname klingt gewaltig nach Bruce Springsteen -
tatsächlich sind sie sogar nach seinem Album benannt – aber musikalisch hat es
wenig damit zu tun. 2006 in Münster gegründet starteten sie als Post-Punk Band,
spielten im Vorprogramm von Madsen, Maximo Park und Mando Diao. Ihr ktuelles, drittes Album "Black
Musik"schlägt eine leicht elektronischer (Rock-) Richtung ein, klingt
vereinzelt nach den Killers oder Editors und überzeugt mit bestechend
betörenden Melodien.
Haken – Visions (Sensory/Alive)
Sie schaffen es, dieselbe mitreißende Mischung aus
Progmetal-Härte und Melodieverliebtheit hinzulegen, wie die Überväter dieses
Genres, Dream Theater. Und trotzdem klingt hier nichts abgekupfert, was u.a. an
den tollen Songs liegt. Ganz groß!
Zurück zur formvollendeten Erhabenheit: Auf gleich zwei
CDs zelebrieren die Briten eine Mischung aus Symphonik-Bombast, Irish Folk und
Art-Rock in einzigartiger Symbiose. Das ist Riverdance, Sarah McLachlan und
Pink Floyd in Einem.
Mona – Mona (Island / Universal)
The next
big thing! Keine Ahnung, ob das hier auch schon wer gesagt hat, aber ich
sag das! Diese Jungs sind der Hammer! Vier Youngsters aus UK, die mit ihrem
Debütalbum eine so reife Scheibe vorlegen, dass es einem kalt den Rücken
runterläuft. Während man anfangs noch denkt, das britische Kings of Leon -Pendant
vor sich zu haben, laufen sie im weitere Verlauf auch Bonos U2 den Rang ab –
zumindest was die aktuellen musikalischen Ergüsse angeht. Und apropos
musikalisch: abgesehen von der fantastischen Stimme Nick Browns (nebenbei auch
noch Pianist und 2. Gitarrist) und seinen cool zockenden Kollegen sind die
Songs eine perfekte Melange aus cool gezocktem Riff-Rock und Hookline-basierter
Leidenschaft – sensationell! Dabei sind die vier auch noch so extrem mitreißend
und energetisch, man hat das Gefühl, die haben gar keine Zeit für Balladen –
bis zum abschließenden „Trouble on the way“. Diese Band dürfte eine ganz große
Zukunft haben!
Sie sind die Boygroup des Prog: Die undenkbare Kombination
aus A.C.T., Backstreet Boys, Beach Boys, Eagles, Gentle Giant, It Bites,
Marillion, Spock’s Beard und Yes. In einem Moment fast zu seicht, poppig und
schnulzig, überzeugen sie im nächsten Moment durch den technisch perfekten
Vortrag, die gute, professionelle Produktion und die angedeuteten Rhythmus
Variationen. Das i-Tüpfelchen war die Live-Darbietung dieser ganzen Sache, den
auch da hat nichts vom gerade B Beschriebenen gefehlt! Großes Kompliment!
Neal Morse - Testimony 2 (InsideOut/EMI)
Er gehört zu den Songwritern, bei denen jeder Ton an der
richtigen Stelle sitzt. Das mag eine subjektive Bewertung sein – aber das ist
Musik allgemein. Also darf ich das mal so stehen lassen. Zumal diese Fähigkeit
bei Neal Morse seit mittlerweile acht Soloalben ungemindert anhält (von den
Spock’s Beard & Transatlantic-Alben ganz zu schweigen). Knackpunkt seiner
Soloarbeiten ist eigentlich nur die christliche Ausrichtung der Texte. Die
hatte in den letzten Jahren eher abgenommen, mit „Sola Scripturs“, dem Album über
Luther wandte er sich fast einem weltlichen Thema zu. Nun folgt mit der
Fortsetzung des „Testimony“ Konzepts nicht nur musikalisch die Fortsetzung des
alten Themas (was eigentlich ganz geschickt und gut gemacht ist), auch textlich
purzeln die göttlichen Bezüge anstrengend oft aus den Boxen. Das sollte man
bedenken, wenn man sich diesem Album nähert- dran vorbei kommt aber eigentlich
trotzdem keiner: Atemberaubende Melodiebögen, Soli, Abwechslung, es ist alles
drin – und einmal mehr beweist er seine Ausnahmestellung als Songwriter.
Nihiling – Egophagus (Abandon Records/ New
Music Distribution)
Monumental, mitreißend, abwechslungsreich, begeisternd,
hypnotisch, genial – diese wilde Sammlung an Adjektiven schwirrt mir durch den
Kopf, wenn ich versuche, dieses Album in Worte zu fassen. Mogwai, Oceansize,
Aerogramme sind dabei die Referenzen, die man anbringen könnte. Teilweise
instrumental, meist aber mit Gesang vermischen die Hamburger gekonnt den
Postrock-Ansatz, den sie – Presseberichten zufolge – anfangs verfolgten mit
Indie-Rock und vereinzelten Heavy-Elementen. So sind in ein paar Songs
Hardcore-Screamo-Vocals zu vernehmen – und doch soweit in den Hintergrund
gemischt, dass sie kaum vom instrumentalen Noise/Wall-of-Sound zu unterscheiden
sind. Die Band gibt’s seit 2004, der 5-Track-EP „Pandora“ folgte das Debüt
„M(e)iosis“, das bereits eine ähnlich ausgereifte Mischung aus Heaviness und
Artrock, aus instrumentalen Höchstleistungen und mehr songorietiertem Material
beinhaltete. Von diesem Quintett sollte noch einiges zu hören sein!
Panama Picture - Oh Machine - Brutkasten Rec /
Broken Silence
Das sensationelle Debüt einer deutschen Band! Die
Hamburger sind der Beweis dafür, dass musikalische Vielfalt nicht in
Beliebigkeit ausarten muss. Das sollte man dann wohl New Artrock nennen, wie
sie progressive Taktwechsel, melodische Harmonien und hin und wieder auch
brachiale Gitarrenwände zu einem homogenen Ganzen vermischen. Sich hin und
wieder gerne in instrumentalen Epen verlieren, nur um im nächsten Moment die
Hookline, den Song wieder in den Vordergrund zu stellen.
In der Tat hatte ich gerade enttäuscht festgestellt, dass
sich die antiziüpierte musikalische Brillanz wohl für ein Instrumental-Album
„verschwenden“ würde (ich habe ja ein etwas gespaltenes Verhältnis zu
gesangslosen Darbietungen), als nach knapp 6 Minuten der Gesang doch noch
anhebt. Dass sich der über die 7 Songs auch noch ausnehmend abwechslungsreich
gestaltet, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Ein Anwärter auf die Top 10 des
Jahres!
Pandoras.box – Monomeet (Noisolution/Indigo)
Manchmal ist mehr drin als man denkt (und kennt) – das
ist die umgangssprachlichste Übersetzung der Büchse Pandoras. Das süddeutsche
Quartett hat sich dieses motto zur Lebensaufgabe gemacht, sich gleich so
benannt und ihre Musik entsprechend velseitig arrangiert. Pop goes
Shoegazer-/Indie-/Singer-Songwriter-/Rock.
Prime Circle - Jekyll &
Hyde
Wir wollen ja kein musikalisches Konkurrenzdenken fördern
hier, aber wenn das neue Album der Südafrikaner Prime Circle fast zeitgleich
mit dem neuen 3 Doors Down Album erscheint, liegt ein direkter Vergleich schon
nahe. Schon ihr letztes Album „All or nothing“, mit dem sie es über EMI
versuchten, trieb dem geneigten Alternative Rock Fan verklärte Blicke in die
Augen, fand er hier doch das Musterbeispiel aktuellen Alt.Rocks – rauhe Vocals,
kräftige Gitarren vor melodischen Hooklines, immer die ausgewogene Balance
zwischen Heaviness und Melodie, wo Nickelback, Creed, Alter Bridge oder Seether
oft auch mal heftiger dröhnen, wo Acts wie Sunrise Ave. meist einen Tick zu
poppig agieren, treffen Prime Circle einfach genau ins Schwarze, haben tolle
Songs am Start und – um mal den Vergleich erneut zu bemühen – sind noch einen
Tick weniger pathetisch als 3 Doors Down. Von daher: Wenn ich wählen müsste,
hätten die afrikanischen Volkshelden (2000 gegründet waren sie mehrere Jahre in
Folge die verkaufsstärkste Rockband Südafrikas) mit ihrem mittlerweile vierten
Album die Nase vorne.
Seven Steps to the Green Door - The?Book (Progressive
Promotion)
Kleines Label, großes Kino. Progressive Promotion hat
wirklich ein Händchen für gute Musik. Wobei Seven Steps to the Green Door ja
nun kein Neuling mehr ist – aber die Band passt haargenau ins musikalische
Konzept des Labels. Das dritte Album der Leipziger ist ein dermaßen rundes
Ereignis, dass es schwer fällt, die richtigen Wort zu finden. Es passt alles
perfekt zusammen – und deckt trotzdem eine Spannbreite ab, die breiter kaum
sein könnte. Zum größten Teil ruhig, melodisch, teilweise melancholisch, mit
entspannten Soli, atmosphärischen Passagen und getragenem Bombast, wird der
Fluss der CD immer wieder ergänzt – ich möchte hier das Wort „unterbrochen“
vermeiden, denn das klänge zu sehr nach „Störung“, und genau das ist es nicht –
durch harte Passagen, Breaks, Musical-ähnliche Elemente; alles sehr gekonnt,
gewitzt, genial.
Soviel zum musikalischen Teil des Konzeptalbums, der im
Prinzip kaum unterbrochen über die rund 60 Minuten fließt. Das textliche
Konzept setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Eine komplexe Geschichte, die sich
mit der Frage auseinandersetzt, was mit Menschen geschehen könnte, die in ihrem
fanatischen Glauben am eine überirdische Instanz ihre eigene Persönlichkeit
aufgeben; Menschen, die ihre Entscheidungen nicht mehr von sich selbst und
ihrem Gewissen abhängig machen, sondern von ihrem Gottesglauben… soll es ja
wohl geben. Weil die Story so essentiell ist, erscheint die CD in einem
umfassenden Media-Book, in dem sie nach-, bzw. am besten vor(her)- und
mitgelesen werden kann. Ein aufwändiges Gesamtwerk! Respekt. Ich hoffe, es
findet die entsprechende Würdigung.
Subsignal - Touchstones (Golden Core/Zyx)
No Fillers, just Killers. Und WAS für Hymnen! Schon das
Debütalbum “Beautiful and Monstrous” machte in dieser Hinsicht ja seinem Namen
alle Ehre, aber hier ist dem süddeutschen Quintett eine erneute Steigerung
gelungen. Mit einer superben Produktion ausgestattet kann jeder Song für sich
selbst stehen und bildet doch mit dem Rest eine harmonische Einheit – fett,
bombastisch und melodisch. Dem ein oder anderen früheren Fan wird der
Frickelfaktor fehlen, aber das ist dessen Problem. Subsignal sind dem
eingängigen AOR heute jedenfalls näher als ihrer eigenen crimsonesken
Vergangenheit. Was nicht heißen soll, dass ihre Songs Gefahr laufen, in seichte
AOR Gewässer zu driften! Dass die Songs trotz der Abwechslung und relativer
Komplexität relativ „eingängig“ sind, liegt einerseits an der blitzsauberen,
ohrenfreundlichen Produktion, andererseits an der (Prog-)Radio-kompatiblen
Länge: Lediglich die epische Ballade „Embers pt. I“ ist achteinhalb und das
daran anschließende Titelstück elf Minuten lang, alle anderen bewegen sich
zwischen vier- und sechseinhalb Minuten. Enchant und Fates Warning mögen als
Orientierungshilfe dienen, ohne der Eigenständigkeit der Jungs zu nahe treten
zu wollen. Subsignal sichern sich hier gerade einen Platz in den Top 10 der
deutschen Prog- und Artrockbands. Glückwunsch!
The Tangent – Comm (InsideOut/EMI)
COMM ist das sechste Album der Band – und erneut schöpft
die Band aus dem Vollen, beschert uns einen Reigen fantastischer Melodien,
garniert mit den bekannten Zutaten aus Verspieltheit, Komplexität,
Hookline-Verliebtheit. Ein Album, das einmal mehr die außerordentlichen
Songwriter-Qualitäten von Sänger und Komponist Andy Tillison unter Beweis
stellt. Die hatte er schon lange vor The Tangent – nur damals hat es kaum einer
bemerkt. HIER ist ein Interview mit dem britischen Schnell- und Vielredner…
Ray Wilson - Genesis vs. Stiltskin (Jaggy D /
Soulfood)
2 Live-CDs + DVD mit dem kompletten Live-Programm der
„Genesis Classics“ Tournee im Schuber mit dem neuen Stiltskin-Album. Das reicht
schon fast als Argument… aber: Besser noch! Wie schon das erste Stiltskin-Album
2006, 12 Jahre nach dem Durchbruch mit „Inside“ ist auch sein Nachfolger
einfach grandios! Die Kombination aus seiner rauen Stimme und crunchigen
Alternative Rock Gitarren ist einfach das Beste, was Ray Wilson machen kann.
Kombiniert mit einer breiten Palette an Emotionen und Arrangements steckt das
jede Nickelback-Scheibe in die Westentasche. Und sogar zum Thema Hitsingle hat
er etwas beizutragen, denn Songs wie „American Beauty“ oder „Tale from a small
town“ sind potentielle Sternstunden eines Formatradio-Tagesprogramms. Und so
leid es mir tut: Es scheint die Zusammenarbeit mit Uwe Metzler, die zu den
substanzielleren Songs führen, das zeigen beide Stiltskin-Alben im Vergleich
mit jedem seiner Soloalben. Das könnte am Teamplay liegen – oder einfach am
Songwriter. Singen und performen bleibt dann ja Ray vorbehalten – und darin ist
er einfach spitze!
„Nebenbei“ gibt es noch zwei Live-CDs und eine DVD mit
dazu! Genesis live mit Symphonie Ensemble, d.h. (allergrößtenteils) unter
Verzicht auf Keyboards – das ist bei Genesis-Songs schon etwas Besonders. Den
Vergleich könnt ihr jetzt selbst anstellen… oder HIER die komplette Review
lesen!
Wir sind Helden - Tausend
Wirre Worte – Lieblingslieder 2002-2010
Der Zeitpunkt ist schon irgendwie ungewöhnlich. Die Singles
des aktuellen Albums sind nicht einmal alle veröffentlicht, hat man das Gefühl.
Auch die März-Tournee hätte kaum ein neues Argument gebraucht. Und überhaupt:
Muss man nach nicht einmal zehn Jahren und gerade vier Alben schon
zurückblicken? Ein Reinhören belehrt schnell eines Besseren: Überflüssig ist
hier kein Song, die Single-Hits sind schon reich gesät und auf der „einfachen
Version“ nicht einmal alle enthalten. Aber dafür gibt es dann ja die „Special
Edition“, die hat 21 weitere Songs, Remixe, B-Seiten, Demos und Live-Versionen
etc. parat. Wer hätte das weglassen wollen? (EMI)
Und hier noch die „Shorties“
2011:
Wir sind Helden -
Tausend Wirre Worte – Lieblingslieder 2002-2010
Nach nicht einmal zehn Jahren und mitten im Leben des
vierten Albums hatten sie Lust auf ein Best-of. Ungewöhnlich. Aber Hits gibt’s
genug! Und für die Special Edition haben sie ein paar edle Raritäten auf CD2
ausgegraben. (EMI)
Navel – Neo Noir
Schon vor ihrem Debütalbum 2008 tourten sie mit Wolfmother,
…Trail of Dead oder Sonic Youth – Einflüsse die ihren Zeppelin-Bluesrock auf
geniale Weise erweiterten. Auch für ihr zweites Album geben sie sich
abwechslungsreich – mal episch, psychedelisch, mal rauer oder heftiger. Das hat
was. (Noisolution)
White Lies – Ritual
Sie stehen zwischen dem elektronischen Einschlag der Editors
(zu denen es auch eine stimmliche Ähnlichkeit gibt) und einem mehr
Rock-orientierten Pop-Ansatz, haben ein paar spannende Song am Start und werden
schon als das nächste große ding gehandelt… (Universal)
Khoma – A final storm
Düster und mächtig zwischen Härte und Schönheit: Die
Schweden kombinieren Elemente aus Post und Prog Rock glücklicherweise mit
cleanen Vocals, was sie gleichermaßen interessant macht für Fans von Mogwai,
Melancholie und Metal. (Razzia / Soulfood)
Tony Furtado – Golden
In den Staaten längst ein alter Hase, hat sein emotionaler
Singer-/Songwriter-Pop hier noch keine weite Verbreitung gefunden. Wofür es
keine plausible Erklärung gibt – außer der fehlenden Verfügbarkeit. Aber das
ist mit diesem Album ja jetzt anders! (India/RTD)
Jimmy Gnecco – The
Heart
Singer-Songwriter Kunst im Stile und in der Intensität Jeff
Buckleys und Kevin Gilberts, der sich trotz oft minimalistischer
Instrumentierung nicht auf allgemeine Songformate konzentriert. Der aber am
besten ist, wenn er etwas lauter wird. (Bright Antenna)
Wavemusic Vol 16
Der Sampler, der ohne große Namen auskommt, sondern in
erster Linie auf (Wave-) Atmosphäre und Stimmungen setzt. Und genau das macht
ihn so wertvoll! (California Sunset)
Alter Bridge – Live from Amsterdam
Sehr authentischer Mitschnitt vor enthusiastischem Publikum.
Eine Adrenalin-gebtriebene Show mit vielen Highlights, festgehalten für ein
edles CD/DVD-Package! (DC3)
Coogan’s Bluff –
Magic Bubbles
Rauh, abgezockt, cool. Zwischen Grunge, Classic Rock und
FooFighters-Livesound: Von heftigen Gitarren über fette Rock-Riffs bis zum
psychedelischen Krautrock präsentieren die Rostocker (!) klasse Ideen und
Grooves. (World in Sound/Van360)
Moddi –
Floriography (28.1.)
Singer-/Songwriter zwischen Minimalismus und eruptiven
Ausbrüchen, zwischen Poesie und vertonter Psychotherapie. Faszinierend, schön,
aufwühlend, einzigartig. Spannend! (Propeller/Soulfood)
Bright
Eyes – The People’s Key ( 11.2)
Vier Jahre nach Cassadaga
sind sie zurück - Conor Oberst und
Gefolgschaft mit einem opulenten Werk zwischen Singer/Songwriter, Pop, Rock und
Phil Spector. Songs schrieben kann er! (Universal)
Poor Genetic Material – Island Noises
Seit gut zehn Jahren machen sie ihren Weg durch den
Progressivrock-Untergrund, schaffen es mal mehr mal weniger eingängig zu sein,
aber ihr siebtes Album ist ihr bislang bestes: Ein Album mit Tiefgang und
entsprechender Tiefenwirkung, das spätestens mit dem 2./3. Hördurchgang richtig
zündet. Für Fans von Gazpachos (New)Artrock bis zu den klassischen Marillion.
(QuiXote/H´art)
Rise Against –
Endgame
Von wegen Ende – mit diesen Soundverfeinerungen dürfte es
gerade erst richtig losgehen! Immer auf dem schmalen Grad zwischen Hardcore und
Stadiorock ist das hier bisweilen ein überraschend starker Schulterschluss mit
30SecondsToMars – und die waren ja auch nicht gerade erfolglos mit ihrem
letzten Werk. Aber mit Songs dieses Kalibers sei es Rise Against durchaus
gegönnt! (Universal)
Highlights:
03 Make it stop; 09 Wait for me; 10. A Gentlemen's Coup;
Tyler – Favorite
Sin (25.2.)
Von Haus aus im Indie-/Rock verwurzelt, brechen einige der
Harmonien & Hooklines in Regionen vor, in denen sonst Bands wie Coldplay
& U2 zuhause sind. An anderer Stelle dürfen die Gitarren auch mal etwas
fetter krachen. Eine sehr stimmige Mischung! Tolles Album! (Cosmix/RTD).
JOHN WAITE - Rough
& Tumble
Immer noch eine sehr markante Stimme des Rock. Was – neben
tollen Songs – dazu beiträgt, dass sein kerniger AOR eine beachtenswerte,
individuelle Note und Qualität bekommt. Inkl. einer Neufassung von “Mr.
Wonderful”. (Frontiers)
Marillion – Live From
Cadogan Hall
Reschpekt: Mit solch intensiven Momenten und einfallsreichen
Variationen kann man sogar dem „Unplugged“-Genre noch neues Leben einhauchen!
Gänsehaut am laufenden Band – wahlweise als (2-)CD oder DVD. (Racket/e-a-r)
Son Kapital – dto. (4.3.)
Sie springen zwischen Pop, Soca, Chanson und Ska hin und her
wie zwischen den Sprachen, und integrieren Balkan-Beats, Dancehall oder
griechische Elemente. Spannend – vorausgesetzt, man mag französisch.
(flowfish/Broken Silence)
Papercuts – Fading
Parade (4.3.)
Eine Schlaftablette auf Ecstasy… Das vierte Album von Jason
Robert Quever ist zwar sein lebendigstes und verbindet auf nette Art 60s-Pop
mit 90s-Feeling. Aber mit seinem geflüsterten Indie Pop/Rock klingts wie The
Church im Schonwaschgang (mit Weichspüler). (Sub Pop/Cargo)
Simeon Soul Charger – Meet Me In The
Afterlife (4.3.)
Vier Amis mit ihrem deutschen Albumdebüt: Zwischen JamRock,
ClassicProg, Folk und Rock. Oft spannend, nicht selten seltsam und hin und
wieder grandios! (Gentle Art of Music / Soulfood)
Elephant Party – Im
Porzellanladen (18.3.)
Pop zwischen Hookline und Anspruch – und durch die
abwechslungsreiche Instrumentierung mit Bläsersatz, Ska-, Latin- und
Jazz-Elementen auch sehr eigenständig. Nur die Texte… (Plattenmonster)
Robbie Robbertson – How to become Clairvoyant
8.4.
Der Altmeister der anspruchsvollen Unterhaltung…weswegen ihm
auf seinem neuen Album auch Gäste wie Eric Clapton, Steve Winwood genauso wie
Trent Reznor und Tom Morello die Ehre erweisen. Das Ergebnis ist entspannt
& unprätentiös & unüberraschend gut. (429 Rec.)
Christoper Cross –
Doctor Faith (29.4.)
Er segelt wieder. Anfangs noch ganz kernig, zieht das Album
auf Dauer dann doch seine Bahnen durch eher seichte Gewässer. Cross eben.
(earMusic/Edel)
Mike Tramp& The Rock’n’Roll Circuz – Stand
your Ground (25.3.)
Der Däne gehört dem Zirkus mittlerweile seit 30 Jahren an,
gründete in den 80ern White Lion und machte dann solo weiter. Auch sein 5.
Soloalbum ist eine Sammlung von soliden Rockern und Balladen, für die er
bekannt ist. (ear/edel).
Brian Robertson –
Diamonds & Dirt
Melodischer Rock ohne große AOR-Anbiederung. Ein bisschen
Hardrock, nette Hooklines, etwas Pop – das passt schon ganz gut zusammen. Aber
letzten Endes ist’s nicht so richtig überzeugend. (SPV)
Uriah Heep – Live in Kawasaki 2010
Volume 3 der „Official Bootlegs“ hat wieder annehmbare Soundqualität.
Auch die Songauswahl stimmt – wer also vom unsäglichen Vol. 2 nicht ganz
abgeschreckt ist, kann hier noch mal reinhören! (e-a-r/edel).
And you will know us by the Trail of Dead – Tao
of the Dead
Die Briten (?) mit einer neuerlichen Mischung aus Genie und
Wahnsinn, aus Krach und Melodie, aus Lärm und Stille, aus Prog- und
Alternative-Rock. Und das zurück auf einem kompositorischen Niveau, das die
Schwächen der letzten Veröffentlichungen vergessen lässt. (Superball/EMI) (?)
Clueso – An und für
sich (25.3.)
Herrlich entspannte Sounds und gelungene Popsongs. Hier und
da mit elektronischen Soundspielereien, dann wieder einfach und reduziert und
meistens mit einer beachtenswerten Mischung aus Wortwitz und Poesie.
Guano Apes – Bel Air
Da sind sie also wieder. Mit (kurzem) Rock und Groove,
vereinzelt auch mit Pop und dem einen oder anderen grandiosen Song. Aber
richtig zwingend wäre jetzt etwas anderes… (Sony)
The Search - The
Search For Connection Contact And Community
Schöne Musik mit
angenehmem 80s-Feeling. Ein bisschen elektronisch, ein bisschen
Wave-Atmosphäre, viel schöne Akustikgitarre und tolle Songs. Simple Minds,
Tears For Fears - oder aktueller zwischen den Editors und Hurts, mal Prefab
Sprout-like (Art)Pop, mal sanfte Cock Robin-Harmonien, mal sphärische Epik!
Spannend! (AFMusic)
Beardfish – Mammoth
Ganz klassisch,
sehr abwechlsungsreich und ganz groß! Kein Album zum Nebenbeihören, aber ein
Fest für alle Fans des klassischen 70s-Prog von Genesis bis VdGG. Besonders,
weil hier nichts verstaubt oder veraltet klingt, sondern sowohl in den Sounds
als auch im generellen Ansatz 2011 durchaus herauszuhören ist. (InsideOut)
Foreigner – Acoustique
Sie lassen nicht
locker: nach Studio-CD und (weiter-)touren gibt es jetzt akustische
Alternativversionen ihrer Hits. Das ist beding interessant, aber oft arg
zahnlos. Spannend ist was anderes. (e-a-r-Music)
Rolf Zacher – Danebenleben
Tom Waits vor
Augen, das Rotweinglas in der Hand – Zacher hängt einem Idealbild hinterher,
reiht derbe Sprüche und Weisheiten an Hangover-Romantik und fällt am
negativsten auf, wenn er versucht, zu singen. Das Springsteen-Cover „I’m on
Fire“ geht gar nicht, der Rest ist mal mehr, mal weniger nett zum
Nebenbeihören. Die exzellenten Backgroundmusiker (viel mehr dürfen sie leider
nicht werden) machen das Ganze noch unter Musik einordenbar. (Premium/Soulfood)
DrahtSeilAkt – fall oder tanz
Reamonn-Nachfolger
II.: Akustik-Pop mit niedlicher Sängerin (rein gesanglich jetzt). Da sind ein
paar nette Ideen zu erkennen, aber insgesamt ist das etwas anstrengend
niedlich, simpel und kinderPOPtauglich. Eine Anett Louisan reicht mir schon…
bzw. ist mir eigentlich auch schon zu viel. (achtung/RTD).
3 Feet Smaller – 3 Feet Smaller
Cooler, hookline-orientierter
Alternative Rock-Affinität aus Wien, irgendwo zwischen Nickelback und
All-American Rejects und der Nähe des Chicagoer Victory Labels – auch was das
Qualitätsniveau betrifft. Reschpekt! Im
Dezember auf Tour mit Itchy Poopskid. (Cosmix/RTD)
Nosound – The
Northern Religion of Things
Von wegen no
sound… mehr Sound und Atmosphäre als Song, würde ich sagen. Gut, so spart man
sich schon mal die Kosten für dien Drummer. Eleganter (Schön)klang im Stile von
Sylvian, Japan oder Blue Nile (ohne Groove), deren Überlegenheit sich in erster
Linie aus der Gunst der frühen Geburt ergibt. (kscope)
KuschelRock 25 / KuschelJazz 8
Jubiläum im Hause
Kuschel: Die 25. Ausgabe erscheint als 3-CD-Digipack und konzentriert sich auf
Best-of und Klassiker. Dadurch wurde der gerät der sonstige Anspruch von
Aktualität leider etwas ins Hintertreffen. Parallel gibt es auch in diesem Jahr
die „Anspruchs-Jazz/Lounge-Ausgabe“ mit
einer Mischung aus neu und ganz, ganz alt; von Doris Day über Sade zu Till
Brönner und Lyambiko.
Cosmograf – When Age
has done its duty
Prinzipiell nicht
schlecht: Schöner, fetter, harmonischer (Prog-??) Rock zwischen Credo und
Gazpacho. Leider ist das größtenteils viel zu theatralisch (und getragen)
umgesetzt. Allein diese Samples… das ist mir zu Holzhammer-Methoden-mäßig.
(FestivalMusic)
Candice Night – Reflections
Viel Mystik, Folk
und Atmosphärisches, ein bisschen Pop und ein Rock-Track. Auf ihrem ersten
Soloalbum gibt sich die Blackmore’s Night Sängerin deutlich moderner und
poppiger als an der Seite ihres Mannes. (Minstral Hall/Soulfood)
Motherlode – Tomorrow never comes
Namentlich (und
erst recht musikalisch) leider wohl nicht vom Genesis-Track abgeleitet:
Standard-Hardrock/AOR ohne besondere Merkmale (und voller Klischees). Trotzdem
können die Schweden sich schon ne ganze Weile damit über Wasser halten: vor 30
Jahren gegründet, gab es zwar mal eine zehnjährige Pause, und ist dies ihr
erstes Album seit Langem, aber immerhin. (Yesterrock)
White Widow- Serenade
Angenehmer,
melodischer Rock mit Hookline- und Pop-Appeal, nicht zu prollig oder billig,
also relativ unpeinlich. Und mit schönen Gitarrensoli! The Outfield, Def
Leppard und Bands der „Survivor-Liga“ lassen grüßen. (AOR Heaven)
Stars For The Banned - Stars For The Banned
Ziemlich guter
Indie-Rock zwischen Tears For Fears-Pop- und Radiohead-Artrock, zwischen
melodischen Harmonien, elektronischen Experimenten und lauten Riffs und Soli.
Das Album bleibt zwar überwiegend melancholisch und ruhiger, aber
abwechslungsreich, und immer wieder auch mit rockigen Ausbrüchen. (Labelship/Broken Silence)
5 Bugs – Vora City
(Pop-)Punk im
oberen Drehzahlbereich: Die Berliner reagieren sich in den ersten 4 Songs
erstmal ordentlich ab, lassen sie den Melodien – trotz vorhandener Hooklines –
zunächst wenig Raum, um sich auszubreiten, bzw. sie begegnen ihnen mit einem
ordentliche Energiebrett. Danach werden sie dann doch deutlich
abwechslungsreicher und lassen auch mal die softeren Klänge durch. (5Bugs
Rec./RTD)
Soul Seller –Back to Life
Nee, das tut mir
leid, da regt sich gar nichts. Cover, Titel, Fotos – mehr Klischees geht gar
nicht. Und genauso 08/15 ist auch der AOR der Italiener. Da fällt mir gar kein
Grund ein, warum man diese CD haben müsste. (Avenue of Allies)
Isis – Strange Days
Sie wandeln auf
den musikalischen Spuren von Alannah Myles und Robin Beck, driften hin und
wieder in Doro-Heavybereiche ab und eigentlich klingt Sängerin Nathalie
Pelissier v.a. wie Amanda Marshall. Das mit ner Hitsingle hätte sich vor 20
Jahren verkauft wie geschnitten Brot. Was die musikalische Qualität heute nicht
mindert. Ich mein ja nur… (Yesterrock)
Avocadoclub - Dusty Nights
Englischer
Pop aus deutschen Landen - zwischen verträumter Eleganz und flotten Beats. Mit
ein paar erhellenden Momenten! (Icon Music)
Touchstone - The City Sleeps
Klassischer
britischer NeoProg – gut produziert, abwechslungsreich, aber relativ
überraschungsarm und vorhersehbar. (Steamhammer/SPV)
Madina Lake - World War III
Zurück
nach der Zwangspause: In alter Frische, mit einer gehörigen Portion Wut und
Emotion im Bauch. Beste Voraussetzungen für einen gelungenen Abschluss ihrer
Albumtrilogie. Rock zwischen Pop, Punk und Postcore, zwischen Indie, Energie
und Stadionhymne. (Long Branch Records/SPV)
Gary Moore - Live at Montreux 2010
Das letzte
musikalische Vermächtnis? Diese CD (& DVD) beweist, dass der irische
Flitzefinger überraschenderweise zuletzt zurück auf dem Hardrock-Trip war! Im
Set stehen alte Klassiker sowie drei neue Songs in der Tradition seiner frühen
Tage! (e-a-r-Music/edel)
Manic Street Preachers - National Treasures
“No reunions, no
comebacks, no encores, still angry” – trotz dieses Mottos aber immerhin eine
Werkschau der 37 Singles, die sie in den vergangenen 21 Jahren (nebst zehn
Alben) veröffentlichten. Und obendrauf eine neue Single – und die Ankündigung
einer einmaligen Liveshow in London. Na immerhin! (Sony Music)
Joe Jackson Trio – Live Music
Nicht einfach nur
ein Live-Album, sondern ein Zelebrieren und Neuarrangieren bekannter Songs in
zeitgemäßem – sprich großteils Jazz-Art-Pop – Jackson-Sound. (e-a-r-Music/edel)
Nihiling – Egophagus
Monumental,
mitreißend, abwechslungsreich, begeisternd, hypnotisch, genial – die Hamburger
(!) vermischen das Beste von Bands wie Mogwai, Oceansize und Aerogramme zu
einem eigenen Gebräu aus Prog- und Postrock, Alternative und New Artrock. Auf
ihrem 2. Album noch etwas härter als 2009. (Abandon Records/ New Music
Distribution)
Switchfoot –Vice Verses
Nach dem
Grammy-Erfolg können sie leider nicht ganz an die Qualität ihres Vorgängers
anschließen. Nur vereinzelt blitzt auch hier das Gespür für große Alt. Rock
Hymnen auf – und bewahrt das Album davor, unnötig zu sein.
Angels & Airwaves
- Love: Album Parts 1 & 2
Trotz
Blink182-Reunion hält Tom DeLonge auch an seiner zweiten Liebe fest und
veröffentlicht sein 2010er Drittwerk endlich offiziell. Erweitert auf Doppel-CD
gibt es wieder epische Hymnen in klassischer Rocktradition, viel Bombast und
Atmosphäre. (e-a-r-music / edel)
Haken – Visions
Die Briten
schaffen es, dieselbe fantastisch-mitreißende Mischung aus Progmetal-Härte und
Melodieverliebtheit hinzulegen, wie die Überväter dieses Genres, Dream Theater.
Und trotzdem klingt hier nichts abgekupfert, was u.a. an den tollen Songs
liegt. Ganz groß! (Sensory/Alive)
Uriah Heep – Live in Brisbane
Schon Vol. 4
ihrer „Official Bootleg“-Serie: Schöne, authentische Konzertatmosphäre und
endlich auch wieder in annehmbarer Tonqualität. Die Frage ist nur, welchen Wert
so eine Serie hat, wenn es so viele Parallelen in der Setlist gibt.
(e-a-r-Music/edel)
Dirk Michaelis singt… (18.11.)
Ein Album, das
klingt, als hätte er sich die Highlights seines MP3-Players vorgenommen und
übersetzt. James Blunt, Sow Patrol, Razorlight - der Berliner Sänger und
Musiker hat eine schöne Sammlung von Pophits behutsam und gekonnt ins Deutsche
übertragen. (Heart of Berlin/Valicon)
Kate Bush – Tara
Ihr Song-,
geschweige denn Pop-Appeal gerät weiter ins Hintertreffen, die Grande Dame
zelebriert sphärische, bisweilen ätherische Klänge in bis zu 13-Minuten langen
Epen, Rhythmen sind größtenteils Fehlanzeige. Überraschend ist das indes nicht,
schlecht auch nicht! (EMI)
Bush - The Sea Of Memories
Sie sind zurück!
Auch wenn es vorerst ohne erkennbare Über-Hits vonstatten geht, kann man doch
froh sein, dass die alte Chemie reanimieren konnten! Große Schwachstellen sind
nämlich – nicht zuletzt durch Gavin Rossdales einzigartige Stimme – ebensowenig
vorhanden. (earMUSIC/Edel)
U2 – Achtung Baby
Ihr Meilenstein
in kreativer Hinsicht. Zwanzig Jahre später zusätzlich ergänzt um die
Gewissheit, dass es ihr letztes GANZ großes Werk war. Die Neuauflage spiegelt
derweil ihren heutigen Hang zur Gigantomanie wider: u.a. ist eine 6CD + 4DVD
Version erhältlich... für Normalfans dürfte auch die 2CD Version mit B-Seiten
und Remixen reichen. (Universal)
Knight Area – Nine Paths
Solider
(Neo-)Prog aus Holland: Nicht so stark wie der Vorgänger, aber für Fans von
Genesis bis Eloy sicherlich ein Antesten wert! (Laser’s Edge/Alive)
Werner Lämmerhirt – Sicht-Weisen
Mit seiner
Fingerstyle-Technik machte er sich bekannt und als Studiomusiker unentbehrlich.
Mit seinen Solo-CDs kann sich der Hörer entspannt zurücklehnen. (DMG/Broken
Silence)
Chris Cornell –
Songbook
Die große
Abwechslung aus eigenen Songs, alten (Soundgarden- / Audioslave-)Hits, Covers
und brandneuen Songs kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch eine
grandiose Stimme wie seine alleine nicht reicht, die Spannung über Albumlänge
zu halten. (Universal)
Alter Bridge – III.5
Das wird schon
zur Methode bei den Jungs, um die Albumverkäufe nochmal anzukurbeln: Drei neue
Songs und eine sehr intime Documentary-DVD werten das ohnehin schon klasse
Album des Creed-Seitenprojekts noch einmal auf. (Roadrunner)
The Fast Forwards
– Lost in the Light
Schöner Indie-Gitarrenrock aus Schweden. Das erinnert an
Mando Diao, Editors oder Interpol, erfindet das Rad bestimmt nicht neu, aber
wozu auch? (Rockhit/Alive)
Daughtry – Break The Spell
Auch Album No.3 überzeugt mit einer ausgewogenen Mischung
aus Hooklines & crunchy guitars. Nickelback, 3DoorsDown, Prime Circle –auch
Daughtry gehören längst zu den Big Playern. (Sony)
Nymphea Mate – Endio
Ihre italienische Herkunft hört man ihnen nicht an –
könnte aber der Grund für den ungewöhnlichen Namen für ihre erstklassigen
Britpop-Mischung sein. Melodisch, handwerklich versiert, eigentständig: Eine
tolle Platte! (Hertz Brigade / Audioglobe)
Rush – Time
Machine
Zum 30. Geburtstag gab’s die (erstmalige Komplett-)
Aufführung des „Moving Pictutes“-Albums, umringt von einer tollen Playlist aus
mehr und weniger offensichtlichen Klassikern. Und zwei neuen Songs: 2012 soll
ein neues Studiowerk folgen! (Roadrunner)
Roachford – Addictive
Mit Mike &
The Mechanics und einer EP hat er sich im Frühsommer wieder ins gespräch
gebracht, jetzt folgt das richtige neue Album: toller Typ, tolle Stimme, tolle
Songs – wo hat er nur die ganze Zeit gesteckt?! (India/RTD)
Living with Lions – Holy Shit
Band- und
Albumname klingen wilder als sie sind: Die Kanadier spielen eingängigen Rock
zwischen PopPunk und MetalCore, die Foo Fighters und Samiam lassen grüßen!
(Redfield/Alive)
Sep7ember – Strange Ways of Going Home
Es gibt ihn noch
den guten Rock – ohne Prefix. Einfach Rock. Mit der richtigen Mischung, dem
richtigen Drive und guten Songs! (Steamhammer/SPV)
Bacon Brothers – Philadelphia Road
Nach erstem
„Testballon” und erfolgreicher Tournee schauen sie nun mit einem Best-of auf 15
Jahre Bandgeschichte zurück. Das ist einfacher- und besser – als alle Frühwerke
einzeln zu veröffentlichen. Und jetzt dürfen sie auch noch einmal zurück ins
Pumpwerk kommen. (Hypertension)
Yellowcard - When You're Through Thinking,
Say Yes - Acoustic
Sie
unterstreichen die Eingängigkeit und Massenkopatibilität der Songs ihres
aktuelle Albums noch einmal mit der akustischen Fassung. Gelungen - aber auf
Dauer wird's doch etwas eintönig. Ich zieh die elektrische Fassung vor!
Im Dezember auf
Tournee - u.a. 10.12.11 - Hamburg, Knust - dann aber hoffentlich nicht unr
akustisch!
Meat Loaf - All of Me
Er wandelt auf
dem Grad zwischen Erneuerung und Tradition – mit einem Album, das wie sein
Vorgänger mal mehr, mal weniger überzeugen kann, insgesamt aber eher eine
Steigerung darstellt. Man darf nur nicht parallel an seine Großtaten denken,
dann reicht das für ein gutes Album (Sony).
INXS - The Very Best
Außerhalb ihrer
Heimat haben es die Australier nach dem Tod ihres charismatischen Frontmannes
Michael Hutchence nie wieder geschafft – trotz des neuen Sängers und des Albums
„Switch“ (2005). Also werden wir noch einmal an die Hits erinnert – und davon
gab es einige. (Universal)
Robbie Robbertson – How to become Clairvoyant
8.4.
Der Altmeister der anspruchsvollen Unterhaltung…weswegen ihm
auf seinem neuen Album auch Gäste wie Eric Clapton, Steve Winwood genauso wie
Trent Reznor und Tom Morello die Ehre erweisen. Das Ergebnis ist entspannt
& unprätentiös & unüberraschend gut. (429 Rec.)
Christoper Cross –
Doctor Faith (29.4.)
Er segelt wieder. Anfangs noch ganz kernig, zieht das Album
auf Dauer dann doch seine Bahnen durch eher seichte Gewässer. Cross eben.
(earMusic/Edel)
Mike Tramp& The Rock’n’Roll Circuz – Stand
your Ground (25.3.)
Der Däne gehört dem Zirkus mittlerweile seit 30 Jahren an,
gründete in den 80ern White Lion und machte dann solo weiter. Auch sein 5.
Soloalbum ist eine Sammlung von soliden Rockern und Balladen, für die er
bekannt ist. (ear/edel).
Brian Robertson –
Diamonds & Dirt
Melodischer Rock ohne große AOR-Anbiederung. Ein bisschen
Hardrock, nette Hooklines, etwas Pop – das passt schon ganz gut zusammen. Aber
letzten Endes ist’s nicht so richtig überzeugend. (SPV)
Uriah Heep – Live in Kawasaki 2010
Volume 3 der „Official Bootlegs“ hat wieder annehmbare
Soundqualität. Auch die Songauswahl stimmt – wer also vom unsäglichen Vol. 2
nicht ganz abgeschreckt ist, kann hier noch mal reinhören! (e-a-r/edel).
And you will know us by the Trail of Dead – Tao
of the Dead
Die Briten (?) mit einer neuerlichen Mischung aus Genie und
Wahnsinn, aus Krach und Melodie, aus Lärm und Stille, aus Prog- und
Alternative-Rock. Und das zurück auf einem kompositorischen Niveau, das die
Schwächen der letzten Veröffentlichungen vergessen lässt. (Superball/EMI) (?)
Clueso – An und für
sich (25.3.)
Herrlich entspannte Sounds und gelungene Popsongs. Hier und
da mit elektronischen Soundspielereien, dann wieder einfach und reduziert und
meistens mit einer beachtenswerten Mischung aus Wortwitz und Poesie.
Guano Apes – Bel Air
Da sind sie also wieder. Mit (kurzem)
Rock und Groove, vereinzelt auch mit Pop und dem einen oder anderen grandiosen
Song. Aber richtig zwingend wäre jetzt etwas anderes… (Sony)
Radiohead – King of
Limbs
Sie sind mal wieder etwas elektronischer. Rock ist das hier
eigentlich gar nicht mehr. Spannend aber trotzdem. Und immer wieder ergreifend.
Entrückt. Womit sie ihrem Klischee bestens gerecht werden. (XL/Beggars)
Panic At The Disco – Vices & Virtues
Der Rock/Punk-Faktor ist weiter in den Hintergrund getreten,
es regiert der Pop – ohne dabei besonders originell, oder besser: besonders gut
zu sein. Schade. (WEA)
Duran Duran – All you need is Now
Ohne Umschweife direkt zurück in die 80er – das Beste was
sie machen konnten. Aber ob die Welt darauf gewartet hat? (e-a-r / edel)
Feeder – Renegades
Von Altersmilde weit entfernt: Mit ihrem 7. Album zurück zur
Energie – und den rauen Gitarren – ihrer frühen Alben. Das rockt (wie die erste
Single „Renegades“ schon andeutete)! (PIAS)
Tangent Plane -
Projct Elimi
Total unprofessioneller Power Metal mit progressivem Twist.
Ich glaube nicht, dass das jemand braucht. (7hard)
Glasvegas -
Euphoric///Heartbreak \\\
Die hymnische erste Single kündigte Sensationelles an, aber
wie schon beim Debüt kann auch ihr neues Album den Spannungsbogen nicht über
die volle Distanz halten! Trotzdem sind auch dieses Mal wieder ein paar echte
Perlen mit drauf! (Sony)
Vanderlinde – Wind
and Rain (29.4.)
Rock, der sich ungern festlegen möchte. Mal mit
Melodic/AOR-Anleihen, mal mit Folkklängen, wahlweise auch im Country-Gewand…
warum nicht?! (Artist Station/Soulfood)
Funeral For a Friend - Welcome Home Armageddon
Mit einem passenderen Albumthema & -titel hätte man
jetzt kaum kommen können. Texte und Cover-Artwork deuten auf (nukleare)
Zerstörung und Weltuntergang hin, ihr Nu Melodic Metal Core ist entsprechend
energetisch und aggressiv ausgefallen. Zwar mit alternierendem, cleanen Sänger
ausgestattet, aber der Screamo-Hauptsänger dominiert. (Roadrunner)
Evergrey – Glorious
Collision
Kaum eine andere Band schafft es, die Kombination aus Macht
und Härte, Melodie und Eingängigkeit so majestätisch umzusetzen, wie die
Schweden. Daran ändern auch die zahlreichen Besetzungswechsel zum neuen Album
nichts, denn es ist in erster Linie Sänger Tom Englund, der sein gewaltiges
Organ über die anspruchsvollen Melodiebögen legt und den unverwechselbaren
Sound der Band ausmacht. (SPV)
Sun Domingo – Songs For End Times
Prog? Rock? Art? Viele interessante Sounds und Stimmungen,
tolle Gäste (Steve Hogarth, Adrian Belew u.a.) und im Ansatz schon gut. Aber
ohne Hooklines bleibt vieles beliebig und auch nach mehrmaligem Hören nicht im
Ohr... (GlassVille)
Paatos – Breathing
Zwischen Melancholie, Art-Rock, TripHop und Gothic Rock: Die
einen beklagen das etwas pathetische Leiden von Sängerin Petronella Nettermalm,
andere freuen sich über die anspruchsvolle Instrumentierung zwischen The
Gathering und Porcupine Tree. (GlassVille)
Favez – En Garde
Ein cooles Rockalbum! Zwischen Indie-Attitüde und fast
Pop-Punk-ähnlicher Eingängigkeit, vereinzelt fast mit Singer-/Songwriterischer
Simplizität. Sehr schön! Und am „anderen Ende“ mit abgezockten Gitarrenriffs
und sehr entspannter Atmosphäre – da möchte man fast die Kings of Leon
heranholen… (Two Gentlemen/Indigo)
Katja Werker –
Neuland
Sie hatte sich ein gewisses Standing erarbeitet mit ihren
englischen CDs, jetzt betritt sie Neuland. Mehr für sich selbst, als im Dienste
guter Musik. Was ein wenig schade ist… (T3)
Ladi6 - The
Liberation Of… 27.5.
Soul mit jeder Menge Pop-Appeal aus Neuseeland!
Abwechslungsreich, von Prince zu den Black Eyes Peas und doch sehr eigen - ein
Soul-Album das die letzten 30 Jahre Revue passieren lässt und den Weg in die
Zukunft kennt. (Eskapaden Musik)
The Bluesmasters feat. Mickey Thomas -
The Bluesmasters
Ein weiterer “großer” (?) Name in der Hypertension-Familie,
von dem man mehr erwartet hätte. Der Ex-Starship Sänger, der unsere Jugend mit
Hits wie „We built this City“ und „Nothing’s gonna stop us now“ versüßt hat,
hat dann doch eine eher „unbluesige“ Stimme – eher ähnlich angestrengt stressig
wie Toto’s Bobby Kimball. Die Songs sind geklaut, die Texte sind tiefste
Klischeeschublade und auch die instrumentalen Leistungen seiner Musiker sind
nicht weiter erwähnenswert… da bleibt nicht viel! Schade. (Hypertension)
Dein Song: CD + DVD
Nicht nur für Kinder: KiKa lud zum Komponisten-Wettbewerb
und das Ergebnis der Nachwuchstalente ist beachtlich. Professionelle Songs und
Arrangements, die nicht nur wegen der prominenten Song-Partner Stanfour,
Niedecken, Unheilig u.a. echte Hinhörer sind! (Universal)
Dredg – Chuckley
& Mr. Squeezy
Nicht nur das Cover ist total Banane: Sie gehen weiter den
Weg zum Pop und dürften spätestens jetzt manch altem Fan zu seicht und straight
sein. Kaum Wiedererkennbares oder Bleibendes, geschweige denn Einzigartiges –
der alte Anspruch scheint vergessen. Natürlich hat das immer auch etwas mit
Erwartungshaltung zu tun, und die ist bei Dredg relativ hoch. Aber angenommen,
das neue Duran Duran Album würde so klingen (an deren Simon LBon erinnert mich
Sänger Gavin Hayes ja immer ein klein bisschen) – es hätte das Endresultat auch
nicht viel begeisternder gemacht. Dass das neue Duran Duran Album tatsächlich
NOCH schlechter ist, ist eine andere Sache… (Universal)
Ron Sexsmith - Long Player Late Bloomer
Er spannt große Popbögen zwischen Billy Joel, Keane,
Morrissey und Aaron Neville. Und trägt einige Male arg dick auf! (Cooking
Vinyl)
Peter Murphy –
Ninth 1.6.
Im Grunde überraschungsarm und grundsolide – wie der
Albumtitel vermuten lässt. Im weiteren Verlauf dann aber auch mit einigen neuen
Highlights! (Nettwerk)
Flogging Molly – Speed of Darkness
Als jemand, der fürher die Waterboys geliebt und auch
Levellers und New Model Army gern gehört hat – und da gibt es einiges an
Parallelen mit Flogging Molly - macht mir das hier schon Spaß. Eine Weile. Auf
Dauer wird’s mir dann aber doch zu folkig und Pogues-lastig – aber dann begebe
ich mich auch schon auf eher dünnes Eis, weil das eben NICHT meine Baustelle
ist. (Borstal Beat / Cargo)
Anyone’s Daughter mit
Heinz Rudolf Kunze – Calw Live
Ein denkwürdiges
Ereignis: Zum 125. Geburtstag Hermann Hesses spielte die legendären deutschen
Progressivrocker ihr 20 Jahre altes Album „Piktors Verwandlungen“ live in
Hesses Geburtsstadt. 18 Jahre nach seiner letzten Aufführung und mit
prominentem Gastrezitator Kunze, selbst Hesse-Fan stand dabei das 40-min Epos
das Zentrum. Vor 9.000 Zuschauern ergänzten sie das Set durch ein paar ältere
Songs, wie auch seinerzeit aktuelle Songs vom „Danger World“ Album.
Erinnerungswürdig – und eine würdige Ehrung eines der ungewöhnlichsten und
herausragendsten deutschen Rock-Alben. (Tempus Fugit/SPV)
Hands on the Wheel – River of Time
Tom Ripphahn ist immer noch der Mann mit der sensationell
warmen, rauen Stimme, seine Musik ist immer zu 100% handmade und er präsentiert
sich auch 2011 mit tollen Songs und Stimmungen. Abwechslungsreich, insgesamt
relativ ruhig ausgefallen, toll! (Analoghaus/New Musik Distribution)
Black Country
Communion - 2
Gerade einmal 9 Monate nach ihrem sensationellen Debüt
sind sie schon wieder da: Die Supergroup mit der Mission, den 70ss-Classic-(Hard-)Rock
wiederzubeleben. Und auch 2011 gelingt ihnen das mit Bravour – klasse Songs,
grandiosen Soli und Breaks und meisterlichen Instrumentalleistungen. (Mascot)
Josh Ottum – Watch TV
Netter aber
unauffälliger Indie-Pop. Wie bei seinen Labelkollegen The Horror The Horror ist
es auch hier v.a. die erste Single („Storms In The Summertime“), die als
hervorsticht. Und am Ende wirds echt ziemlich banal... (Tapete)
The Horror The Horror –
Wilderness
Indie-Pop – und abgesehen von der ersten Single „Wilderness“ auch total
unspektakulär. Auch weitere Hits sind eher Fehlanzeige. (Tapete)
Rob Moratti - Victory
Da hat das knapp
einjährige Praktikum bei Saga also nicht so sehr viel verändert bei ihm. Solo
verfällt er wieder in alte Melodic/AOR-Schemata. Das ist hin und wieder ganz
knackig (On and on), ist aber ansonsten sehr klischeehaft! Und gesangstechnisch
passt das doch eh besser. (Escape Music)
George Lynch – Lynchtopia
Musikalische Homogenität,
stimmliche Vielfalt: Für sein neues Soloalbum hat er eine ganze Riege Sänger
eingeladen, und die machen „Lynchtopia“ zu einem sehr modernem,
abwechslungsreichen (Hard-)Rockalbum. (earMUSIC)
Queensryche - Dedicated to Chaos
Mit seiner
durchweg melodischen Ausrichtung scheinen die alten Metaltage definitiv der
Vergangenheit anzugehören. Highlights wie „Retail Therapy“ oder „At the Edge“
gehen fast in U2-Stadionrock-Sphären aufhalten. Ungewöhnlich, aber gar nicht
mal schlecht.
(Roadrunner)
Yes – Fly from here
Es ist nicht
gerade das klassische Yes-Line-up – aber Geoff Downes (key) ist vom Fach und
der neue Sänger Benoit David hat schon auf der letzten Tournee gezeigt, dass er
Klasse hat. Das neue Album ist dementsprechend zwischen klassischen Yes und
mordernem Ansatz. Typisch, aber ohne besonders komplex oder frickelig zu sein.
(Frontiers)
Black Stone Cherry –
Between the Devil & The Deep Blue Sea
Die herrlich raue
Stimme von Chris Robertson hält‘s zusammen: irgendwo zwischen Commitments, Kid Rock,
Popa Chubby und Chad Kroeger passt sie perfekt für diesen Mix. Musikalisch
wechselt der Fokus zwischen Blues-, Southern- und Alternative-Rock, und ist
doch immer alles drei zusammen. (Roadrunner)
Chadwick Stokes - Simmerkane II
Ohne seine State
Radio Band im Rücken gibt er sich etwas gemäßigter, damit schon wesentlich
leichter zugänglich, aber nicht viel weniger abwechslungsreich. Gewitzte
Einlagen in bekannter Manier ergänzen den Reigen an tollen Melodien und
Singer/Songwriter-Momenten. Da geht noch was. (Nettwerk)
Simple Plan - Get
Your Heart On!
Kann man Pop-Punk
noch hitträchtiger gestalten? Allein die Duette mit u.a. Natasha Bedingfield
sind state-of-the-art. Dazu ein abwechslungsreicher Mix aus allen Gangarten
ihres Genres von der Ballade über den Rocker zur Stadion-Hymne – so schießt man
sich an die Spitze! Vom ursprünglichen Punk-Ansatz ist das freilich meilenweit
entfernt. In der Mitte schwächeln sie ein wenig - und den verkappten Reggae in
„Summer Paradise“ hätten sie sich auch sparen können, aber Hits gibt’s trotzdem
einige! (Warner)
Miss Li – Beats &
Bruises
Wenn man sonhoch
singt wie Miss Linda Carlsson, muss man umso vorsichtiger sein mit der Auswahl
des Songmaterials. Da können nämlich gute ansätze anspruchsvollen Pops/Souls
leicht vom naiven Kinder-Pop-Charme der weniger seriösen Songs übertönt werden!
(National)
ManRaze - PunkFunkRootsRock
Eine nur
theoretisch undenkbare Mischung aus Sex Pistols und Def Leppard - sowohl was di
Mitglieder, als auch was das musikalische Ergebnis betrifft. So kann's gehen,
Garniert mit State Radio/The Police-Reminiszenzen - schon interessant! (earMUSIC/Edel)
Meat Loaf - Welcome
to the Neighbourhood
Ein Album, das zu
Unrecht gescholten wurde – was auch am übererfolgreichen Vorgänger „Bat Out Of
Hell II“ lag. Jetzt kommt es als Sonderedition mit Bonustracks, Live-CD und DVD
noch einmal zu Ehren. (Virgin)
Fruit Bats – Tripper
Mit viel Fantasie
könnte man hier auf die angedeuteten Rock-Elemente eingehen. Die haben
teilweise fast Led Zep / Stones-Feeling. Aber im Endeffekt ist das Kinderkram.
So’n verspielter Akustik-Indie-Pop, den kein Mensch braucht. (Sub Pop/Cargo)
Bombay Bicycle Club – A Different Kind Of Fix
Schöner
Indie-Pop, zwischen durch durchaus hitverdächtig (“Shuffle”), aber immer mit der
nötigen Lässigkeit. (Universal)
Barbara Cuesta –
Shine (dunefish/SPV)
Pop
aus Berlin, zwischen Eingängigkeit und Anspruch, mal lässig verspielt, mal ganz
intim und zärtlich. Das erinnert ein bisschen an Künstlerinnen wie Edie
Brickell, Suzanne Vega, Tori Amos oder Maria Solheim. Sehr schön!
Roger Glover and the Guilty Party – If Life was easy
Großer
Name verpflichtet? Nicht. Stapelweise musikalischer Belanglosigkeiten – von
Rock, mit dem man diesen Namen normalerweise in Verbindung bringt, wollen / brauchen
wir hier gar nicht zu reden. Johnny Cash, Nils Lofgren, Bob Dylan – das sind
die Referenzen, die ich hier verwenden würde. Und dann wird ausgeblendet, wo
das Album endlich gut werden könnte… (im Jam-Part des letzte Songs „Feel like a
King“). Nee, ich glaube, da hat er am falschen Tee genippt. (earMusic/edel)
Iona – Another Realm
Zurück zur
formvollendeten Erhabenheit: Auf gleich zwei CDs zelebrieren die Briten eine
Mischung aus Symphonik-Bombast, Irish Folk und Art-Rock in einzigartiger
Symbiose. Das ist Riverdance, Sarah McLachlan und Pink Floyd in Einem. (Open
Sky)
David Judson Clemmons
– Cold White Earth
Noch ruhiger als
zuletzt ohnehin schon. Intim, minimalistisch, aber mit den richtigen Worten und
Melodien. Und deshalb groß. (MMS/Alive)
Vargton Projekt - ProgXpriMetal (19.8.)
Ganz
schön abgedreht. Teilweise. Und ganz schön genial teilweise. Manchmal auch nur
akustisch verträumt... ganz schön was los. Zwischen King Crimson,
Gitarren-Solo-Gefrickel und Heavy-Prog (was die melodischen Einschübe inkludiert).
(Lion Music)
Bilderbuch – Die Pest im Piemont
„Kunst-Rock“
oder „Kunstvoller Indie-Rock“? Das Quartett klingt im Ansatz fast wie Muse auf
Deutsch – wenn nur die Texte nicht so Banane wären. So ist es relativ (und
unnötigerweise) schwer verdaulich – und macht nicht so richtig Spaß.
(Schoenwetter/Broken Silence)
Spirits of the Dead – The Great God Pan
Cool.
Im Prinzip so abgefahren, wie sich die Mischung aus 60s/70s-Psychedelic/Stoner-
und modernen Rock-Sounds theoretisch anhört. Etwas vernebelter als Amplifier,
aber schlüssiger als z.B. Dead Meadow. (White Elephant/Soulfood)
Wirtz – Akustik Voodoo
Sie
scheinen Sub7even nun doch ad acta gelegt zu haben: Daniel Wirtz‘ Soloalbum
No.3 in Folge schließt – trotz leicht unterschiedlichen Ansatzes – diese Lücke
problemlos! (Wirtz/Four)
Lenny Kravitz - Black
and White America
Es hat eine ganze
Weile gedauert, seit seinem letzten Lebenszeichen, aber er hat die Zeit
offenbar gut genutzt. Mit einer gänsehaut-genialen Mischung aus den
Retro-Sounds seiner Anfangstage und vereinzelten modernen Einsprengseln trifft
er genau ins Schwarze. Das ist Soul, das
ist Rock, das ist Pop, da ist Reggae und Psychedelic – und all das in einem
einzigartig unverwechselbaren Gesamten. Champions League-Niveau, das seinem
Superstar-Status gerecht wird. Oder umgekehrt… (Roadrunner)
Tape The Radio – Heartache and Fear (2.9.)
Cure,
U2, The Frames – das Londoner Trio hat große Ambitionen und dieses Album
entsprechende Qualitäten. Als Gesamtwerk überzeugend, dürften v.a. die
Smash-Hits fehlen, die als Initialzündung zum großen Erfolg verhelfen könnten.
So wird’s erstmal der etwas arbeitsreichere, aber letztendlich wahrscheinlich
lohnenswertere Weg werden. Groß wird das dann von ganz alleine!
(kanoon/Neo-MCC/Sony)
Boy – Mutual Friends (VÖ 2.9.)
Süßer Indiepop
zwischen `handmade´ und elektronischen Spielereien, zwischen juveniler Naivität
und lasziver Coolness. Die deutsch-schweizerirische Freundschaft zweier
Newcomerinnen mit Charisma. (Grönland Records)
Maxim - Asphalt (23.9.)
Cool.
Er wandelt auf den Spuren Cluesos, hat die richtige Fährte, kommt hier und da
vom Weg ab - und bringt dann seine eigene Note rein. Sonst wärs ja langweilig.
(FourMusic)
Anathema 2011 (09/2011)
Ein
Schritt seitwärts nach dem meisterlichen Vorgänger: Statt ihren Artrock weiter
in neue Sphären voranzutreiben, haben sie Klassiker orchestral neu aufgenommen.
Dabei haben sie sich etwas stark vom Rock entfernt – verzaubern aber durch
Stimmung und Atmosphäre.
John Wesley - Lilypad Suite (5.9.2011)
Als Gitarrist von Fish, Marillion und Porcupine Tree sowie mit seinen Solalben
hat er sich schon einige Fans erspielen können. Auch seine neueste
Songkollektion überzeugt mit einer eingängigen Mischung aus Singer/Songwriter
und melodischem Rock. (kScope)
Blue October – Any Man in America
Ich
glaube nicht, dass es der Anspruch einer Band sein sollte, „any man in America“
mit einem einzigen Album erreichen zu wollen. Ein bisschen in die Richtung aber
geht dieses Album. Das startet mit einer tollen Mischung aus 80s-Bombast-Pop
und Indie-Rock, greift auch immer wieder mal auf dieses Metier zurück, bringt
aber zwischendurch auch gerne mal moderne Popsounds, Alternative Rock oder auch
HipHop. Das ehrt sie für ihre Offenheit,
kommt aber selten wirklich schlüssig, bzw. wirklich gekonnt rüber.
The Brew –The Third Floor
Die
Erneuerer des Blues. Wie auch Joe Bonamassa seinen Blues in der eleganten
Floyd-Variante präsentiert, beweisen auch die britischen Youngster, dass auch
ein traditionsbewusstes Genre wie der Blues dem allgemeinen Trend des Wegfalls
der Genregrenzen nicht standhalten kann. Ihr energetischer Rock weckt nicht
zuletzt durch die Bono-eske Stimme ihres Sängers starke Erinnerung an U2s späte
80er-Phase. Dabei ist nach objektiven Gesichtspunkten nicht einmal eindeutig zu
sagen, warum man dieses Album trotzdem eher dem Blues zuordnet. Vielleicht
klingt es einfach nur gut: „Die Erneuerer des Blues“…
Jonathan Jeremiah – A Solitary Man
Schön
zu sehen, dass es ein neuer junger Singer/Songwriter geschafft hat, mit dem
richtigen Song, Sound und Konzept am richtigen Ort zu sein. Die Single
„Happiness“ hat’s eingeleitet, das Album legt in reizendstem Curtis
Stigers/Jack Johnson Sound nach. Gratulation an alle Beteiligten! (Island)
Weto – Schattenspieler
Deutlich
mehr Rock im Folk als bei ihrer anderen Liebe Schandmaul. Auch die sanften
Zwischentöne machen dieses Album leichter zugänglich – auch als noch die erste
Weto-CD vor 5 Jahren. Die Stimme von Thomas Lindner bleibt indes die selbe.
(F.A.M.E./Sony)
Alvin Zealot – Tears of St. Lawrence (16.9.)
Cooler
Indie-Rock zwischen Belasco und Del Amitri – der aber auf Dauer leider etwas
eintönig wird und deshalb nicht so richtig überzeugen kann. (Goldon / Müller)
John Gilmour Smith – The Story we’ve been sold
Gefühlvoller
Soul-/Pop/Rock zwischen Singer-Songwriter-Kunst und Peter
Gabriel-Experimentierlust. Ohne offensichtliche/aufdringliche Hit-Ambitionen,
stattdessen mit einer tollen Gesamtatmosphäre. (Aquarian Nation)
Lake Cisco – Permanent Transient (23.9.)
Eigentlich
herrlich cooler Rock zwischen Indie-Attitüde und Stadion-Hymnen. Leider machen
es die gelegentlichen Übergriffe aus dem Hardcore-Lager dem dieserart nicht
vorerfahrenen Hörer schwer, sich darauf einzulassen. Und glaubt mir, ich
spreche da aus eigener Erfahrung… (G/RTD)
Europe – Live at Sheperd’s Bush, London
Ich
kann gar nicht sagen, was ich von dieser Band erwarte. Der alten Hits bin ich
überdrüssig, die neuen Alben waren durchaus spannend, aber live muss ich sagen,
finde ich hier nichts, das mich fesselt. Da sind sie mir zu sehr die alten
Rockhelden… Ich glaube, ich warte lieber auf das nächste Studiowerk. (earMUSIC)
Southerly – Youth
Indie-Rock
im Stile Starsailors oder Radiohead, der sich aber irgendwie selbst im Wege
steht, zu viel zögert, oft zu lange nicht so richtig durchbricht und aus sich
rauskommt, sich textlich und/oder dramaturgisch zu oft wiederholt und im Kreise
dreht. Dadurch fehlen die Songs und das Ganze wirkt unbefriedigend – zumal
Highlights wie „Lust“ oder „So you’re right“ zeigen, dass es anders ginge!
(Arctic Rodeo)
Transfer - Future Selves
U2 &
Coldplay-like zwischen Pop und Rock, zwischen Indie und Stadionhymne. Wirkt
auch als Droge – und sollte entsprechend mit ihrer eigenen Textzeile beworben
werden: „Don’t take chances, take your medicine“. (Cool Green/Mascot/RTD)
Emil Bulls –
Oceanic
Musikalisch auch
2011 wieder eine äußerst fette Angelegenheit! Aber dieses Geschrei… Mal dezent,
meistens annehmbar durchmischt mit melodischem Gesang – was der exzellenten
Mischung aus Melodie und Härte entspricht – und hin und wieder aber auch ganz
extrem. Muss man nicht verstehen. Nur mögen. (Drakkar / Sony)
Subsignal – Touchstones 30.9.
Rock zwischen
Prog und AOR, zwischen Enchant und Fates Warning. Mit grandiosen, bombastischen
und melodischen Songs und einer superben Produktion. Das süddeutsche Quintett
sichert sich hier gerade einen Platz in den Top 10 der deutschen Prog- und
Artrockbands. (Golden Core/Zyx)
Julia Marcell – June
Sie hat
bezaubernde Melodien im Kopf, eine faszinierend wandlungsfähige Stimme und
erinnert ein wenig an Kate Bush oder Tori Amos. Die polnische Wahlberlinerin
verlegt sich aber keineswegs nur auf das harmonische Aneinanderreihen schöner
Momente: Durch die „schrägen“ Elemente verlagert Marcell ihren Schwerpunkt vom
Pop zur Kunst, experimentiert mit Elektronik und Computertechnik und hat so den
gewissen „Björk-Faktor“. Spannend. (Haldern Pop Rec)
Nneka - Soul is heavy 7.10.
Schöner
Pop mit Soul-, Reggae- u.a. Elementen, der mich an eine 2.011-Version der
besten Momente Neneh Cherrys erinnert. Ihr drittes Album enthält zudem ein paar
potentielle Hits, da könnte also ein neuer Stern aufgehen... (four Music/Sony)
The Roots - The Family Tree (4.10.)
Sehr schöner
Indie-/Pop-Rock zwischen dem Singer-Songwriter-Ansatz von Tiger Lou oder
Kristofer Aström und dem Art-Pop von Prefab Sprout. Obwohl insgesamt eher ruhig
gehalten, bleibt das Album durch die Instrumentierung und Arrangements immer
spannend. (Bear Machine)
Säkert - Säkert! På Engelska
Schöne Mischung
aus Singer-/Songwriterischer Ruhe und Gelassenheit und Intimität und einem eher
Pop-orientierterem Ansatz mit Groove und Pepp. Dabei klingt die Sängerin
teilweise noch wie Sarah Bettens (K‘S Choice) – das gibt Extrapunkte... (Razzia
Records / Soulfood)
Florian Ostertag -
The Constant Search
Singer-Songwriter mit Pop-Appeal und
(Coldplay-)Stadionhymnen-Attitude. Entsprechend
nutzt er das komplette Spektrum von der intimen Kerzenlicht-Ballade bis zum
monumentalen Rockfinale. Gänsehautfaktor in beiden Fällen inklusive.
(Mariarecords)
The Search - The
Search For Connection Contact And Community
Schöne Musik mit
angenehmem 80s-Feeling. Ein bisschen elektronisch, ein bisschen
Wave-Atmosphäre, viel schöne Akustikgitarre und tolle Songs. Simple Minds,
Tears For Fears - oder aktueller zwischen den Editors und Hurts, mal Prefab
Sprout-like (Art)Pop, mal sanfte Cock Robin-Harmonien, mal sphärische Epik!
Spannend! (AFMusic)
Beardfish – Mammoth
Ganz klassisch,
sehr abwechlsungsreich und ganz groß! Kein Album zum Nebenbeihören, aber ein
Fest für alle Fans des klassischen 70s-Prog von Genesis bis VdGG. Besonders,
weil hier nichts verstaubt oder veraltet klingt, sondern sowohl in den Sounds
als auch im generellen Ansatz 2011 durchaus herauszuhören ist. (InsideOut)
Foreigner – Acoustique
Sie lassen nicht
locker: nach Studio-CD und (weiter-)touren gibt es jetzt akustische
Alternativversionen ihrer Hits. Das ist beding interessant, aber oft arg
zahnlos. Spannend ist was anderes. (e-a-r-Music)
Rolf Zacher – Danebenleben
Tom Waits vor
Augen, das Rotweinglas in der Hand – Zacher hängt einem Idealbild hinterher,
reiht derbe Sprüche und Weisheiten an Hangover-Romantik und fällt am
negativsten auf, wenn er versucht, zu singen. Das Springsteen-Cover „I’m on
Fire“ geht gar nicht, der Rest ist mal mehr, mal weniger nett zum
Nebenbeihören. Die exzellenten Backgroundmusiker (viel mehr dürfen sie leider
nicht werden) machen das Ganze noch unter Musik einordenbar. (Premium/Soulfood)
DrahtSeilAkt – fall oder tanz
Reamonn-Nachfolger
II.: Akustik-Pop mit niedlicher Sängerin (rein gesanglich jetzt). Da sind ein
paar nette Ideen zu erkennen, aber insgesamt ist das etwas anstrengend
niedlich, simpel und kinderPOPtauglich. Eine Anett Louisan reicht mir schon…
bzw. ist mir eigentlich auch schon zu viel. (achtung/RTD).
3 Feet Smaller – 3
Feet Smaller
Cooler,
hookline-orientierter Alternative Rock-Affinität aus Wien, irgendwo zwischen
Nickelback und All-American Rejects und der Nähe des Chicagoer Victory Labels –
auch was das Qualitätsniveau betrifft. Reschpekt! Im Dezember auf Tour mit Itchy Poopskid.
(Cosmix/RTD)
Nosound – The
Northern Religion of Things
Von wegen no
sound… mehr Sound und Atmosphäre als Song, würde ich sagen. Gut, so spart man
sich schon mal die Kosten für dien Drummer. Eleganter (Schön)klang im Stile von
Sylvian, Japan oder Blue Nile (ohne Groove), deren Überlegenheit sich in erster
Linie aus der Gunst der frühen Geburt ergibt. (kscope)
KuschelRock 25 / KuschelJazz 8
Jubiläum im Hause
Kuschel: Die 25. Ausgabe erscheint als 3-CD-Digipack und konzentriert sich auf
Best-of und Klassiker. Dadurch wurde der gerät der sonstige Anspruch von
Aktualität leider etwas ins Hintertreffen. Parallel gibt es auch in diesem Jahr
die „Anspruchs-Jazz/Lounge-Ausgabe“ mit
einer Mischung aus neu und ganz, ganz alt; von Doris Day über Sade zu Till
Brönner und Lyambiko.
Cosmograf – When Age has done its duty
Prinzipiell nicht
schlecht: Schöner, fetter, harmonischer (Prog-??) Rock zwischen Credo und
Gazpacho. Leider ist das größtenteils viel zu theatralisch (und getragen) umgesetzt.
Allein diese Samples… das ist mir zu Holzhammer-Methoden-mäßig. (FestivalMusic)
Candice Night – Reflections
Viel Mystik, Folk
und Atmosphärisches, ein bisschen Pop und ein Rock-Track. Auf ihrem ersten
Soloalbum gibt sich die Blackmore’s Night Sängerin deutlich moderner und
poppiger als an der Seite ihres Mannes. (Minstral Hall/Soulfood)
Motherlode – Tomorrow
never comes
Namentlich (und
erst recht musikalisch) leider wohl nicht vom Genesis-Track abgeleitet:
Standard-Hardrock/AOR ohne besondere Merkmale (und voller Klischees). Trotzdem
können die Schweden sich schon ne ganze Weile damit über Wasser halten: vor 30
Jahren gegründet, gab es zwar mal eine zehnjährige Pause, und ist dies ihr
erstes Album seit Langem, aber immerhin. (Yesterrock)
White Widow- Serenade
Angenehmer,
melodischer Rock mit Hookline- und Pop-Appeal, nicht zu prollig oder billig,
also relativ unpeinlich. Und mit schönen Gitarrensoli! The Outfield, Def
Leppard und Bands der „Survivor-Liga“ lassen grüßen. (AOR Heaven)
Stars For The Banned - Stars For The Banned
Ziemlich guter
Indie-Rock zwischen Tears For Fears-Pop- und Radiohead-Artrock, zwischen
melodischen Harmonien, elektronischen Experimenten und lauten Riffs und Soli.
Das Album bleibt zwar überwiegend melancholisch und ruhiger, aber
abwechslungsreich, und immer wieder auch mit rockigen Ausbrüchen. (Labelship/Broken Silence)
5 Bugs – Vora City
(Pop-)Punk im
oberen Drehzahlbereich: Die Berliner reagieren sich in den ersten 4 Songs
erstmal ordentlich ab, lassen sie den Melodien – trotz vorhandener Hooklines –
zunächst wenig Raum, um sich auszubreiten, bzw. sie begegnen ihnen mit einem
ordentliche Energiebrett. Danach werden sie dann doch deutlich
abwechslungsreicher und lassen auch mal die softeren Klänge durch. (5Bugs
Rec./RTD)
Soul Seller –Back to
Life
Nee, das tut mir
leid, da regt sich gar nichts. Cover, Titel, Fotos – mehr Klischees geht gar
nicht. Und genauso 08/15 ist auch der AOR der Italiener. Da fällt mir gar kein
Grund ein, warum man diese CD haben müsste. (Avenue of Allies)
Isis – Strange Days
Sie wandeln auf
den musikalischen Spuren von Alannah Myles und Robin Beck, driften hin und
wieder in Doro-Heavybereiche ab und eigentlich klingt Sängerin Nathalie
Pelissier v.a. wie Amanda Marshall. Das mit ner Hitsingle hätte sich vor 20
Jahren verkauft wie geschnitten Brot. Was die musikalische Qualität heute nicht
mindert. Ich mein ja nur… (Yesterrock)
Avocadoclub - Dusty Nights
Englischer
Pop aus deutschen Landen - zwischen verträumter Eleganz und flotten Beats. Mit
ein paar erhellenden Momenten! (Icon Music)
Touchstone - The City Sleeps
Klassischer
britischer NeoProg – gut produziert, abwechslungsreich, aber relativ
überraschungsarm und vorhersehbar. (Steamhammer/SPV)
Madina Lake - World War III
Zurück
nach der Zwangspause: In alter Frische, mit einer gehörigen Portion Wut und
Emotion im Bauch. Beste Voraussetzungen für einen gelungenen Abschluss ihrer
Albumtrilogie. Rock zwischen Pop, Punk und Postcore, zwischen Indie, Energie
und Stadionhymne. (Long Branch Records/SPV)
Gary Moore - Live at
Montreux 2010
Das letzte
musikalische Vermächtnis? Diese CD (& DVD) beweist, dass der irische
Flitzefinger überraschenderweise zuletzt zurück auf dem Hardrock-Trip war! Im
Set stehen alte Klassiker sowie drei neue Songs in der Tradition seiner frühen
Tage! (e-a-r-Music/edel)
Manic Street Preachers - National Treasures
“No reunions, no
comebacks, no encores, still angry” – trotz dieses Mottos aber immerhin eine
Werkschau der 37 Singles, die sie in den vergangenen 21 Jahren (nebst zehn Alben)
veröffentlichten. Und obendrauf eine neue Single – und die Ankündigung einer
einmaligen Liveshow in London. Na immerhin! (Sony Music)
Joe Jackson Trio –
Live Music
Nicht einfach nur
ein Live-Album, sondern ein Zelebrieren und Neuarrangieren bekannter Songs in
zeitgemäßem – sprich großteils Jazz-Art-Pop – Jackson-Sound. (e-a-r-Music/edel)
Nihiling – Egophagus
Monumental,
mitreißend, abwechslungsreich, begeisternd, hypnotisch, genial – die Hamburger
(!) vermischen das Beste von Bands wie Mogwai, Oceansize und Aerogramme zu
einem eigenen Gebräu aus Prog- und Postrock, Alternative und New Artrock. Auf
ihrem 2. Album noch etwas härter als 2009. (Abandon Records/ New Music
Distribution)
Switchfoot –Vice Verses
Nach dem
Grammy-Erfolg können sie leider nicht ganz an die Qualität ihres Vorgängers
anschließen. Nur vereinzelt blitzt auch hier das Gespür für große Alt. Rock
Hymnen auf – und bewahrt das Album davor, unnötig zu sein.
Angels & Airwaves
- Love: Album Parts 1 & 2
Trotz
Blink182-Reunion hält Tom DeLonge auch an seiner zweiten Liebe fest und
veröffentlicht sein 2010er Drittwerk endlich offiziell. Erweitert auf Doppel-CD
gibt es wieder epische Hymnen in klassischer Rocktradition, viel Bombast und
Atmosphäre. (e-a-r-music / edel)
Haken – Visions
Die Briten
schaffen es, dieselbe fantastisch-mitreißende Mischung aus Progmetal-Härte und
Melodieverliebtheit hinzulegen, wie die Überväter dieses Genres, Dream Theater.
Und trotzdem klingt hier nichts abgekupfert, was u.a. an den tollen Songs
liegt. Ganz groß! (Sensory/Alive)
Uriah Heep – Live in Brisbane
Schon Vol. 4
ihrer „Official Bootleg“-Serie: Schöne, authentische Konzertatmosphäre und
endlich auch wieder in annehmbarer Tonqualität. Die Frage ist nur, welchen Wert
so eine Serie hat, wenn es so viele Parallelen in der Setlist gibt.
(e-a-r-Music/edel)
Dirk Michaelis singt… (18.11.)
Ein Album, das
klingt, als hätte er sich die Highlights seines MP3-Players vorgenommen und
übersetzt. James Blunt, Sow Patrol, Razorlight - der Berliner Sänger und
Musiker hat eine schöne Sammlung von Pophits behutsam und gekonnt ins Deutsche
übertragen. (Heart of
Berlin/Valicon)
Kate Bush – Tara
Ihr Song-,
geschweige denn Pop-Appeal gerät weiter ins Hintertreffen, die Grande Dame
zelebriert sphärische, bisweilen ätherische Klänge in bis zu 13-Minuten langen
Epen, Rhythmen sind größtenteils Fehlanzeige. Überraschend ist das indes nicht,
schlecht auch nicht! (EMI)
Bush - The Sea Of Memories
Sie sind zurück!
Auch wenn es vorerst ohne erkennbare Über-Hits vonstatten geht, kann man doch
froh sein, dass die alte Chemie reanimieren konnten! Große Schwachstellen sind
nämlich – nicht zuletzt durch Gavin Rossdales einzigartige Stimme – ebensowenig
vorhanden. (earMUSIC/Edel)
U2 – Achtung Baby
Ihr Meilenstein
in kreativer Hinsicht. Zwanzig Jahre später zusätzlich ergänzt um die
Gewissheit, dass es ihr letztes GANZ großes Werk war. Die Neuauflage spiegelt
derweil ihren heutigen Hang zur Gigantomanie wider: u.a. ist eine 6CD + 4DVD
Version erhältlich... für Normalfans dürfte auch die 2CD Version mit B-Seiten
und Remixen reichen. (Universal)
Knight Area – Nine Paths
Solider
(Neo-)Prog aus Holland: Nicht so stark wie der Vorgänger, aber für Fans von
Genesis bis Eloy sicherlich ein Antesten wert! (Laser’s Edge/Alive)
Werner Lämmerhirt – Sicht-Weisen
Mit seiner
Fingerstyle-Technik machte er sich bekannt und als Studiomusiker unentbehrlich.
Mit seinen Solo-CDs kann sich der Hörer entspannt zurücklehnen. (DMG/Broken
Silence)
Chris Cornell –
Songbook
Die große
Abwechslung aus eigenen Songs, alten (Soundgarden- / Audioslave-)Hits, Covers
und brandneuen Songs kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch eine
grandiose Stimme wie seine alleine nicht reicht, die Spannung über Albumlänge
zu halten. (Universal)
Alter Bridge – III.5
Das wird schon
zur Methode bei den Jungs, um die Albumverkäufe nochmal anzukurbeln: Drei neue
Songs und eine sehr intime Documentary-DVD werten das ohnehin schon klasse
Album des Creed-Seitenprojekts noch einmal auf. (Roadrunner)
The Fast Forwards – Lost in the Light
Schöner Indie-Gitarrenrock aus Schweden. Das erinnert an
Mando Diao, Editors oder Interpol, erfindet das Rad bestimmt nicht neu, aber
wozu auch? (Rockhit/Alive)
Daughtry – Break The Spell
Auch Album No.3 überzeugt mit einer ausgewogenen Mischung
aus Hooklines & crunchy guitars. Nickelback, 3DoorsDown, Prime Circle –auch
Daughtry gehören längst zu den Big Playern. (Sony)
Nymphea Mate – Endio
Ihre italienische Herkunft hört man ihnen nicht an –
könnte aber der Grund für den ungewöhnlichen Namen für ihre erstklassigen
Britpop-Mischung sein. Melodisch, handwerklich versiert, eigentständig: Eine
tolle Platte! (Hertz Brigade / Audioglobe)
Rush – Time Machine
Zum 30. Geburtstag gab’s die (erstmalige Komplett-)
Aufführung des „Moving Pictutes“-Albums, umringt von einer tollen Playlist aus
mehr und weniger offensichtlichen Klassikern. Und zwei neuen Songs: 2012 soll
ein neues Studiowerk folgen! (Roadrunner)
Roachford – Addictive
Mit Mike & The
Mechanics und einer EP hat er sich im Frühsommer wieder ins gespräch gebracht,
jetzt folgt das richtige neue Album: toller Typ, tolle Stimme, tolle Songs – wo
hat er nur die ganze Zeit gesteckt?! (India/RTD)
Living with Lions –
Holy Shit
Band- und
Albumname klingen wilder als sie sind: Die Kanadier spielen eingängigen Rock
zwischen PopPunk und MetalCore, die Foo Fighters und Samiam lassen grüßen!
(Redfield/Alive)
Sep7ember – Strange
Ways of Going Home
Es gibt ihn noch
den guten Rock – ohne Prefix. Einfach Rock. Mit der richtigen Mischung, dem
richtigen Drive und guten Songs! (Steamhammer/SPV)
Bacon Brothers – Philadelphia Road
Nach erstem „Testballon”
und erfolgreicher Tournee schauen sie nun mit einem Best-of auf 15 Jahre
Bandgeschichte zurück. Das ist einfacher- und besser – als alle Frühwerke
einzeln zu veröffentlichen. Und jetzt dürfen sie auch noch einmal zurück ins
Pumpwerk kommen. (Hypertension)
Yellowcard - When You're Through Thinking, Say Yes - Acoustic
Sie
unterstreichen die Eingängigkeit und Massenkopatibilität der Songs ihres
aktuelle Albums noch einmal mit der akustischen Fassung. Gelungen - aber auf
Dauer wird's doch etwas eintönig. Ich zieh die elektrische Fassung vor!
Im Dezember auf
Tournee - u.a. 10.12.11 - Hamburg, Knust - dann aber hoffentlich nicht unr
akustisch!
Meat Loaf - All of
Me
Er wandelt auf
dem Grad zwischen Erneuerung und Tradition – mit einem Album, das wie sein
Vorgänger mal mehr, mal weniger überzeugen kann, insgesamt aber eher eine
Steigerung darstellt. Man darf nur nicht parallel an seine Großtaten denken,
dann reicht das für ein gutes Album (Sony).
INXS - The Very Best
Außerhalb ihrer
Heimat haben es die Australier nach dem Tod ihres charismatischen Frontmannes
Michael Hutchence nie wieder geschafft – trotz des neuen Sängers und des Albums
„Switch“ (2005). Also werden wir noch einmal an die Hits erinnert – und davon
gab es einige. (Universal)