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1. The Intersphere –
interspheres - atmospheres
Selten wurde ein Rennen so früh entschieden. Und damit meine
ich nicht die Tatsache, dass dieses Album bereits im Februar erschienen ist,
sondern dass mir klar war, dass es kein anderes Album geben würde, das mir 2010
so viel bedeuten würde! Und das trotz der Großtaten, die noch kamen (s.u.) – und
die ich ungern mit Rangfolgen belege, denn je davon hat ihren Wert auf ganz
andere Art!
Heroes & Zeros –
Simian Vices Modern Devices
Letzten Endes nur ganz knapp dahinter: Ein super Album
zwischen griffigem Indie Rock und ausschweifenden Instrumental-Eskapaden, die
teilweise auch ins (Porcupine Tree-like) psychedelische gehen. P.T., Radiohead,
Fictionplane, The Intersphere, das sind die Eckpunkte, zwischen denen die
Norweger Heroes & Zeros auf ihrem zweiten Album ihr musikalisches Netz
spannen.
Anathema
– we’re here because we’re here
Ein
Hammer-Album! Und einmal mehr ihr bestes. 1990 mit Doom gestartet, ging es über
Metal zum Prog und mittlerweile sind sie im sphärischen New Artrock angekommen
– pompös, orchestral, Floyd-meets-Porcupine-Tree-Sounds. Sie werden mit jedem
Album besser.
Gazpacho – Missa Atropos
Sie machen einfach weiter! Auf gleich hohem Niveau wie die
populären Vorgänger, mit einem weiteren Konzeptalbum und einem weiteren,
atemberaubendem Mix aus großen, melodischen Momenten und introvertierter
Stille, fast moderner Klassik. Nicht nur das: Fast möchte man sagen, sie haben
sich ein weiteres Mal gesteigert- v.a. was die Ausgewogenheit des Albums
betrifft. Genial! Und nicht nur für Fans von Marillion bis Sigur Ros
interessant. (HWT/Sony Neo)
Die größte Überraschung an diesem Album ist, dass es
überhaupt dazu gekommen ist. Musikalisch sollte man nichts Überraschendes
erwarten – nur einen ganzen Stapel grandioser Songs, ausschweifender Prog-Epics
und fantastische Soli. Transatlantic halt. Welcome back!
Demians – Mute
Eine
Wahnsinnsmischung aus Alt.Rock und Prog, immer wieder erweitert durch
orchestrale Passagen oder auch ganz ruhigen Klängen, aus Porcupine Tree, Riverside,
Anathema und Muse. Ganz groß!
Kings
of
Eine
reife Leistung. Unbeeindruckt vom Popularitätsschub der letzten 2 Jahre machen
sie einfach da weiter, wo sie 2008 aufgehört haben – mit dieser unnachahmliche
Mischung aus Hymne und total abgezockt-cooler Relaxtheit, die ihnen momentan
keiner so gut nachmacht. Kurz: Sie bleiben die Band der Stunde.
Skunk Anansie –
Wonderlust
Toll!
Eine Reunion, die keine weiteren Argumente braucht. Schon die erste Tour war
atemberaubend, das Album legt noch einen drauf! Bei allem Respekt für ihre
Soloalben, offensichtlich fehlt Skin ohne ihre Jungs etwas, um sich in all
ihren Facetten ausleben zu können.
Trapt - No Apologies
Kräftiger, kerniger Alt. Rock mit herrlich rauen Vocals –
ohne (mit bspw. Growls oder Screams) je zu hart zu werden, aber immer mit dem
nötigen Drive. Und v.a. mit den richtigen Songs und Hooklines! Ein furioser
Einstand!
Creed – Full Circle
Sie waren „Torn“ und „Weathered“, fragten sich „What if“
ihre Solokarrieren sie noch „Higher“ bringen könnten and sangen ihr „Lullaby“
2001. Nur um 9 Jahre später die losen Enden wieder zusammenzufügen und den
Kreis wieder rund zu machen. „Full Circle“ ist die gelungene Rückkehr 2010 –
und wir empfangen sie mit „Arms wide open“!
Selig – Von Ewigkeit
zu Ewigkeit
Auch eine Art „Full Circle“: Mit diesem Album beweisen sie
dass sie zurecht als KULT gehandelt wurden. 2010 klingen sie wieder genauso wie
wir sie mit ihrem genialen Debüt 1994 kennen gelernt hatten. Cool, mal
psychedelisch, mal abgefuckt, mal richtig Hit-verdächtig (4/6). Danke dafür!
Nur: Was kommt jetzt?
Vanden
Plas – The Seraphic Clockwork
Deutschlands
erfolgreichste Prog-Metaller melden sich zurück. Vier Jahre nach „Christ 0“, in
denen sie v.a. mit Musical-Produktionen untergetaucht waren, ist dieses
Meisterwerk ein Füllhorn an Ideen, Melodie und epischem Bombast. Allein die drei Longtracks sind grandios!
Aspera – Ripples
Im Prog-Metal ist es schwer, noch etwas Neues hinzuzufügen.
Also geht es um gute Songs und die richtige Mischung. Und die haben die
Norweger Aspera: Immer melodisch und songorientiert, mit dem richtigen Biss
ohne durchgängig „heavy“ zu sein, mit der richtigen Komplexität, ohne frickelig
zu sein. Das erinnert nicht selten an eine härtere Version ihrer Labelkollegen
Enchant. (InsideOut)
Across The Delta -
Passports & Souvenirs
Muse,
dredg, The Intersphere: „Post Prog, Pre Pop“ nennen die drei Wiener ihre
Mischung selbstbewusst und legen eine Mischung vor, die obige Referenzen
erlaubt, aber immer eigenständig ist. Komplex aber immer Song-orientiert,
melodisch und abwechslungsreich. Spannend!
Circa Survive –Blue Sky
Noise
Nach
zwei Indie-Alben jetzt mit dem Major-Debüt. Ohne negativen Folgen: Auch 2010
präsentieren die Jungs um den Sopransänger Anthony Green (ex-Saosin) einen tollen
Mix aus Indie, PostRock, (Screamo), Pop und Prog, mal anspruchsvoll vertrackt,
mal eingängig songorientiert.
Enno Bunger – Ein
bisschen mehr Herz
Es ist vollbracht: Das Debütalbum der Leeraner. Voller
grandioser Songs zwischen Pop-Rock und Herzschmerz-Piano-Perlen, zwischen
Coldplay und Montag. Vereinzelt fast etwas arg pathetisch – aber brauchen wir
das nicht alle mal?
Lostprophets – The
Betrayed
Die Waliser scheinen von der Frucht des Erfolges gekostet zu
haben. Größtenteils fern ihrer NuRock/Metal-Wurzeln präsentieren sie sich mit
großen Stadionrockhymnen und vereinzelt fast radiokompatibel! Groß, aber so dann
doch überraschend…
Melissa Etheridge -
Fearless Love
Yes, she can! Drei Jahre nach ihrem halb-ätherischen
Konzeptalbum „The Awakening“ steht die Wahlkalifornierin wieder mit beiden
Beinen im Rock! Und knallt uns in bester, abwechslungsreicher Manier ein
Dutzend Song um die Ohren, die alle alten Fans von den Stühlen hauen dürften!